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Überlebenszeit fast verdoppeltBiontech meldet Etappenerfolg mit Lungenkrebsmittel

14.09.2026, 11:16 Uhr
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Röntgenbild eines ausgedehnten, kleinzelligen Bronchialkarzinoms im oberen linken Lungenfeld. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Für Patienten, die unter weit fortgeschrittenem Lungenkrebs leiden, bleibt bisher oft nur noch eine Chemotherapie oder die palliative Versorgung. Ein neues Medikament von Biontech könnte ihnen etwas Hoffnung geben.

Das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen Biontech und sein US-Partner OncoC4 haben mit einem neuen Wirkstoff in einer klinischen Studie die Überlebenszeit bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs nahezu verdoppelt. In dem ersten, noch nicht zulassungsrelevanten Teil einer Phase-3-Studie erreichten Probanden mit dem Antikörper Gotistobart ein mittleres Gesamtüberleben von 18,5 Monaten, teilten die Unternehmen mit. In der Kontrollgruppe, die das Standard-Chemotherapeutikum Docetaxel erhielt, lag dieser Wert bei 10,0 Monaten. Das Mittel richtet sich an Patienten mit einem sogenannten Plattenepithelkarzinom der Lunge, deren Erkrankung trotz einer vorherigen Immun- und Chemotherapie weiter fortgeschritten ist.

Nach Angaben von Biontech gab es für diese schwer zu behandelnde Patientengruppe in den vergangenen zehn Jahren kaum medizinische Fortschritte. Allein in jüngster Zeit seien sechs andere Phase-3-Studien in diesem Bereich gescheitert, hieß es. Wenn das Immunsystem der Patienten erschöpft ist und der Tumor Resistenzen gebildet hat, bleibt derzeit oft nur eine Chemotherapie oder die palliative Versorgung. Die Lebenserwartung liegt in diesem Stadium den Angaben zufolge bei weniger als einem Jahr. Studienleiter Rama Balaraman erklärte, sollte sich der Überlebensvorteil im laufenden zulassungsrelevanten Teil der Studie bestätigen, könnten die Ergebnisse die Standardbehandlung verändern. Dieser zweite Studienabschnitt läuft derzeit in weltweit mehr als 160 Zentren.

Gotistobart ist ein Antikörper, der gezielt an den Immun-Rezeptor CTLA-4 bindet. Er soll regulatorische T-Zellen im Umfeld des Tumors reduzieren und so die körpereigene Immunantwort gegen den Krebs wieder aktivieren. Schwere Nebenwirkungen traten in der Studie bei 44,4 Prozent der mit Gotistobart behandelten Patienten auf, verglichen mit 48,8 Prozent in der Chemotherapie-Gruppe. Lungenkrebs gehört zu den wichtigsten Forschungsbereichen von Biontech. Das Unternehmen erprobt nach eigenen Angaben derzeit in mehr als 16 klinischen Studien verschiedene Ansätze gegen unterschiedliche Subtypen der Krankheit.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

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