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EZB steht vor weiterer ZinserhöhungSteigende Inflation erhöht den Druck auf die Europäische Zentralbank

07.09.2026, 12:50 Uhr
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Angesichts steigender Energiekosten und zunehmenden Inflationsdrucks wird eine weitere Zinserhöhung der Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag erwartet.

Analysten gehen davon aus, dass die EZB nach ihrer Zinsanhebung vom Juni eine erneute Straffung der Geldpolitik vornimmt, um die Teuerung der Verbraucherpreise einzudämmen. Im August hatte die Inflationsrate im Euroraum einer ersten Schätzung zufolge 3,3 Prozent erreicht - deutlich mehr als das Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank.

"Eine weitere Zinsanhebung um 25 Basispunkte am Donnerstag ist sehr wahrscheinlich", erklärte der Chefvolkswirt der Förderbank KfW, Dirk Schumacher, am Montag mit Blick auf die Zusammenkunft des EZB-Rates in Berlin, wo die auswärtige Sitzung des Gremiums stattfindet. Vor dem Hintergrund der Inflation und angesichts der Tatsache, dass es "wenig Anzeichen einer spürbaren Verlangsamung des Wachstums der Eurozone" gebe, werde es eine "breite Mehrheit im Rat für eine Anhebung der Leitzinsen geben", prognostizierte er.

Höhere Leitzinsen dämpfen tendenziell den Auftrieb der Verbraucherpreise, können gleichzeitig aber auch die Konjunktur hemmen - etwa dadurch, dass für Unternehmen Kreditkosten für Investitionen teurer werden. Trotz des Energiepreisschocks durch den Iran-Krieg hatte sich die Wirtschaft in der Eurozone zuletzt allerdings robuster als zunächst befürchtet gezeigt: Am Montag korrigierte das Statistikamt Eurostat eine erste Schätzung für das zweite Quartal nach oben - statt um 0,4 Prozent wuchs die Wirtschaftsleistung in den 21 Ländern mit der Gemeinschaftswährung demnach um 0,6 Prozent zum Vorquartal.

Im Juni hatte sich die EZB wegen der steigenden Verbraucherpreise infolge des Iran-Krieges zu ihrer ersten Leitzinserhöhung seit September 2023 veranlasst gesehen. Bei ihrer folgenden Sitzung im Juli war sie dann vorerst wieder auf einen abwartenden geldpolitischen Kurs eingeschwenkt und hatte den auch für Sparer wichtigen Einlagezinssatz auf dem aktuellen Niveau von 2,25 Prozent belassen. Auch der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen können, und der Spitzenrefinanzierungssatz zur kurzfristigen Beschaffung von Geld bei der Zentralbank blieben unverändert bei 2,40 und bei 2,65 Prozent.

Quelle: ntv.de, AFP

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