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"Kein Zickzackkurs mehr"Nach US-Midterm-Wahlen: Deutsche Wirtschaft hofft auf Stabilität

04.11.2026, 09:26 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die deutsche Wirtschaft hofft nach den US-Kongresswahlen auf ein Ende der erratischen Zollpolitik von Präsident Donald Trump.

"Wir setzen erst einmal auf Stabilität bei den Handelsbeziehungen mit den USA, tatsächlich auch auf eine Kontinuität, also kein Zickzackkurs mehr", sagte die Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Helena Melnikov, am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Verlässlichkeit im wichtigsten Exportmarkt deutscher Unternehmen sei für diese "extrem wichtig".

Zugleich zeigte sich Melnikov mit Blick auf die Reaktion des US-Präsidenten, dessen Partei in den Wahlen ihre Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat eingebüßt hat, vorsichtig: "Was die Prognosen über den zukünftigen wirtschaftspolitischen Kurs von Donald Trump angeht, da würde ich mich sehr zurückhalten", sagte sie.

"Die Unsicherheit über den künftigen handelspolitischen Kurs der USA bleibt hoch", erklärte auch der Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach. "Ohne Mehrheit im Repräsentantenhaus und Senat dürfte der Präsident versuchen, seine politische Agenda verstärkt über die Handels- und Außenpolitik voranzutreiben, wo er über weitreichende eigene Handlungsmöglichkeiten verfügt." Zudem drohe eine Blockade bei den US-Haushaltsverhandlungen.

Wambach hält auch bei demokratischer Mehrheit eine grundlegende Rückkehr der USA zum Freihandel für unwahrscheinlich. "Die protektionistische Ausrichtung der Wirtschaftspolitik ist keine Besonderheit der Trump-Regierung", erklärte er. "In der Handelspolitik gegenüber China sowie bei politischen Maßnahmen zum Schutz der heimischen Industrie besteht in Washington parteiübergreifend ein weitgehender Konsens."

DIHK-Chefin Melnikov plädierte dafür, weiterhin "neue Partnerschaften jenseits der USA" zu suchen. Sie verwies unter anderem auf die EU-Abkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten und mit Indien. Auch im Asienraum stünden neue Kooperationen an. "Und wir haben, wie gesagt, viele Hebel bei uns zu Hause, die wir auch richtig setzen können, um den Unternehmen zu helfen." Die angekündigten Reformen müssten umgesetzt werden.

Quelle: ntv.de, AFP

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