Baden-WürttembergHoffenheim vor Crystal Palace: Wo die Probleme liegen

Keine Konstanz, mehr Rückschläge als Fortschritte - so lässt sich die bisherige Saison der TSG Hoffenheim beschreiben. Chefcoach Christian Ilzer und seine Mannschaft sind nun auf der Insel gefordert.
London (dpa/lsw) - Für Hoffenheims Torjäger Fisnik Asllani ist es "ein Highlight-Spiel - da freut sich jeder drauf." Ein Zwischenhoch könnte die TSG bei der nächsten Europa-League-Herausforderung bei Crystal Palace gut gebrauchen. Vor der vierten Partie der Ligaphase am Donnerstag (18.45 Uhr/RTL+ und Sky) in London präsentieren sich die Kraichgauer weiter wankelmütig.
Niederlagen auf internationalem Parkett bei OFI Kreta und gegen Besiktas Istanbul, das DFB-Pokal-Aus bei Holstein Kiel, fünf Niederlagen in acht Bundesliga-Spielen und nur Tabellenplatz zwölf. Es ist und bleibt eine schwierige Saison.
Zwischendurch dachten die Verantwortlichen und Fans schon, die Mannschaft um Torhüter und Kapitän Oliver Baumann habe die Kurve gekriegt, als es Siege in Mönchengladbach, gegen Olympique Lyon und Bayer Leverkusen gab. Doch das 0:2 zuletzt bei Werder Bremen war wieder ein Rückschlag.
"Es ist für uns keine einfache Situation. Wir wollen aber nicht jammern", sagt Trainer Christian Ilzer. "Mir ist nicht bange um meine Mannschaft. Du kannst auch wachsen an solchen Phasen." Das sind Gründe für die Misere:
Verletzungen
Die Neuzugänge Patrick Wimmer und Nathan De Cat sowie Alban Hajdari und Robert Hranec fallen länger aus. Ganz schlimm erwischte es den Franzosen Valentin Gendrey: Wadenbeinbruch - nach zuvor zwei Knöchelbrüche und einer Schlüsselbeinfraktur in seinen gut zwei Jahren in Hoffenheim.
Angeschlagen waren zuletzt Vladimir Coufal, Bambasé Conté und Max Moerstedt. Zumindest Jung-Nationalspieler Conté könnte gegen Crystal Palace zurückkehren. Auch der Conference-League-Sieger und Tabellen-18. der englischen Premiere League hat derzeit so seine Schwierigkeiten, steht aber als 15. mit einem Punkt besser da als die TSG auf Rang 23.
Formschwächen
Aus dem WM-Sommer und auch der langen Länderspielpause sind einige Hoffenheimer Profis mit Problemen zurückgekommen. Offensivkräfte wie TSG-Star Andrej Kramaric nach einer Leisten-Operation und Asllani nach dem geplatzten Wechsel zu RB Leipzig und einer Blessur haben sich inzwischen aber wieder mit Toren zurückgemeldet.
Dafür kommen andere nicht in Fahrt, die in der vergangenen Spielzeit groß aufgespielt hatten: Leon Avdullahu und Wouter Burger im Mittelfeld sowie Coufal als rechten Verteidiger mit Offensivdrang zum Beispiel.
Umstellungen
Mit dem Abgang von Bazoumana Touré - Hoffenheim verkaufte den ivorischen Flügelflitzer für 50 Millionen Euro zu Newcastle United - ist Tempo im Angriff verloren gegangen. Die verletzten Hranac und Hajdari, in der vergangenen Spielzeit eine Bank in der Innenverteidigung, werden schmerzlich vermisst.
In der Viererkette und im Angriff neben Asllani variiert Ilzer, hat aber den Königsweg noch nicht gefunden. Immer mehr kommt auch der Verdacht auf, dass viele Leistungsträger 2025/26 über performt haben. In der derzeitigen Verfassung wird es für Hoffenheim jedenfalls schwer, in der Europa League weiterzukommen und sich in der Bundesliga erneut für das internationale Geschäft zu qualifizieren.