Maßnahme des RisikoabbausMerz appelliert an EU: Aufbau von mehr Vorräten kritischer Rohstoffe

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die EU aufgefordert, Vorräte an kritischen Rohstoffen anzulegen.
"Wir gehen heute erhebliche Risiken ein, weil sich Rohstoffgewinnung und Rohstoffverarbeitung eben auf sehr wenige Länder konzentrieren. Diese Risiken abzubauen, dabei muss ... der Staat helfen", sagte der CDU-Vorsitzende am Donnerstag in Berlin bei der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung. "Er muss helfen, Bezugsquellen zu diversifizieren", fügte Merz hinzu. Das Recycling müsse gestärkt werden. Und er schlage "sehr konkret" in Brüssel vor, auf europäischer Ebene eben auch Vorräte dieser kritischen Rohstoffe aufzubauen. Ohne diese Stoffe sei keine Produktion von Batterien, leistungsfähigen Elektromotoren, Halbleitern und zahlreichen anderen Hightech-Produkten möglich, auf die man künftig angewiesen sei.
Hintergrund ist, dass China derzeit sowohl den Export als auch die Verarbeitung vieler kritischer Rohstoffe kontrolliert. Bereits zweimal hatte die chinesische Führung Exportkontrollen eingeführt, die zu erheblichen Problemen bei den Lieferketten führten. Kanzler Merz hatte in der vergangenen Woche Japan besucht, das bereits vor Jahren damit begonnen hat, für bestimmte Rohstoffe Vorräte anzulegen und den Import von Rohstoffen aus China durch andere Bezugsquellen zu ersetzen. In der EU muss die Frage beantwortet werden, wer für die Bevorratung bezahlt.