"Keine Subventionen mit der Gießkanne"Hohe Spritpreise: Spediteure fordern staatliche Entlastung

Die Spediteure in Deutschland dringen angesichts der rekordhohen Spritpreise auf staatliche Entlastung.
"Wir fordern keine Subventionen mit der Gießkanne. Wir fordern eine Obergrenze für Kraftstoffe wie in Belgien und Luxemburg", sagte Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr und Logistik (BGL), der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). Er verlangte zudem einen verbilligten Transportdiesel nach Vorbild europäischer Nachbarländer.
"Das hilft nicht nur unseren Unternehmen, sondern schützt auch die Verbraucher vor übermäßigen Preisanstiegen, weil alle Güter transportiert werden müssen", begründete Engelhardt die Forderung. Dem Branchenvertreter zufolge legen Spediteure derzeit wegen der hohen Ausgaben für Diesel in spürbarem Maße Lkw still. "Bis zu 20 Prozent der Kapazitäten werden aus dem Markt rausgenommen", sagte Engelhardt. "Die Kraftstoffpreise steigen so stark, das können die Unternehmen gar nicht vollständig an die Kunden weiterreichen."
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hält dem Bericht zufolge einen anderen Weg für geeigneter, um Unternehmen und Verbrauchern Abhilfe gegen hohe Tankkosten zu verschaffen. "Angesichts dessen sollte die Bundesregierung in Erwägung ziehen, die Energiesteuern auf das europäische Mindestmaß abzusenken", sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier der "Augsburger Allgemeinen". Er warnte davor, dass der Preissprung bei Energie eine erhebliche Belastung für die deutsche Volkswirtschaft zu werden droht.
"Die Importrechnung könnte um bis zu 40 Milliarden Euro steigen", sagte Treier. "Das wäre fast ein Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes und Gift für die dringend nötige wirtschaftliche Erholung." Trotz des andauernden Iran-Krieges hatten Finanzexperten zuletzt den Ausblick für die deutsche Konjunktur angehoben. Der Preisauftrieb bei Kraftstoffen und Energie könnte die Konjunktur jedoch wieder stärker belasten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte am Dienstag Entlastungen der Bundesregierung für Autofahrer an.