Neue BeitragsgrenzenGutverdiener müssen 2027 rund 102 Euro mehr Sozialabgaben zahlen

Gutverdiener müssen sich 2027 auf deutlich höhere Sozialabgaben von etwa 102 Euro mehr im Monat einstellen.
Dies geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundesarbeitsministeriums zu den Rechengrößen in der Sozialversicherung hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag. Die Beitragsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung soll demnach von 5812,50 auf 6375 Euro im Monat steigen. Nach geltender Rechtslage würde diese Anhebung auch für die Pflegeversicherung gelten. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt sie von 8450 auf 8850 Euro. Dabei sind aber mögliche weitere Änderungen durch das geplante Pflegeneuordnungsgesetz noch nicht berücksichtigt. Dadurch könnte die Zusatzbelastung 2027 noch höher ausfallen.
Für einen gesetzlich versicherten Arbeitnehmer, der auch 2027 über den neuen Grenzen verdient, bedeutet der Entwurf zu den Rechengrößen bei unveränderten Beitragssätzen fast 102 Euro mehr Sozialbeiträge im Monat oder gut 1220 Euro im Jahr. Unterstellt ist dabei ein Zusatzbeitrag der Krankenkassen von 2,9 Prozent. Die Arbeitgeber werden im Regelfall in gleicher Höhe zusätzlich belastet. Für Kinderlose fällt die Arbeitnehmerbelastung wegen eines Zuschlags zur Pflegeversicherung etwas höher aus.
Das Arbeitsministerium verschickte den Entwurf am Montag an die anderen Ministerien zur Abstimmung. Die Verordnung muss noch von der Bundesregierung beschlossen werden und benötigt dann die Zustimmung des Bundesrats.