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Migräne, Clusterkopfschmerzen...Falschdiagnose von Kopfschmerzen meist wegen Geschlechter-Stereotypen

05.11.2026, 13:13 Uhr
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Kopfschmerzen werden aufgrund von Geschlechterklischees häufig falsch diagnostiziert.

So wird Migräne bei Männern oft nicht erkannt, weil diese als typische Frauenkrankheit gilt, wie die Barmer am Donnerstag in Berlin erklärte. Umgekehrt werde Clusterkopfschmerz eher als Männerleiden angesehen, weshalb Frauen noch immer Fehldiagnosen gestellt würden.

Sowohl Migräne als auch Clusterkopfschmerz treten meist einseitig auf, sie unterscheiden sich aber in ihrer Intensität. Betroffene beschreiben Clusterkopfschmerzen, als bohre sich ein Nagel durch das Auge. Typisch ist zudem, dass auf der betroffenen Seite das Auge tränt und gerötet ist, zudem läuft die Nase. Anders als eine Migräneattacke, die Tage dauern kann, ist eine Clusterkopfschmerzattacke meist nach 15 Minuten bis drei Stunden vorbei.

Rund viereinhalb Millionen Betroffene in Deutschland leiden an Migräne. Nach Analysen der Barmer wird die Erkrankung bei Frauen dreimal so häufig diagnostiziert wie bei Männern. Die Kasse geht von einer Untererfassung betroffener Männer aus. Eine Migräneattacke verlaufe bei Männern kürzer und milder, und Betroffene gingen damit eher seltener in eine Arztpraxis.

Umgekehrt verhält es sich demnach bei Clusterkopfschmerzen, die immer noch als typisches Männerleiden gelten. Nach den Daten der Barmer verdoppelte sich die Zahl der betroffenen Frauen allerdings innerhalb von 14 Jahren nahezu und lag 2024 bei rund 31.500.

Männer waren im selben Jahr mit rund 74.000 Diagnosen zwar immer noch rund anderthalb Mal häufiger betroffen, in den Jahren zuvor war der Unterschied demnach aber viel größer gewsen. Auf sechs betroffene Männer kam in früheren Jahrzehnten nur eine Frau.

Die Kasse führt den Anstieg bei Frauen auf eine verbesserte Diagnostik und die Zunahme von Risikofaktoren wie Alkohol- und Tabakkonsum zurück. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Frauen mit Kopfschmerzen auch heute noch eine atypische Migräne diagnostiziert bekommen, obwohl sie an Clusterkopfschmerzen leiden", erklärte die stellvertretende Barmer-Chefin Simone Schwering.

Würden Migränemedikamente bei anderen Kopfschmerzarten eingesetzt, wirkten sie nicht und könnten bei häufigem Gebrauch sogar selbst Kopfschmerzen auslösen. Blieben Kopfschmerzen unbehandelt, drohe der Schmerz chronisch zu werden. Schwering forderte daher eine "gendersensible Medizin, die Rollenklischees überwindet".

Quelle: ntv.de, AFP

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