Frühling beginnt im HerbstDiese fünf Blumen müssen im Oktober in die Erde

Wer im Frühling ein buntes Blütenmeer statt kahler Beete sehen möchte, sollte jetzt nicht die Gartenhandschuhe an den Nagel hängen. Denn bei einigen Frühlingsblühern heißt es im Oktober: ab in die Erde!
Tulpen, Narzissen und Krokusse verbinden wir eigentlich mit den ersten warmen Tagen des Jahres. Die Vorarbeit dafür beginnt allerdings Monate früher. Viele klassische Frühjahrsblüher wachsen aus Zwiebeln, die bereits im Herbst gepflanzt werden. Die kühle Winterperiode gehört zu ihrem natürlichen Entwicklungszyklus.
Der Oktober ist dafür ein guter Zeitpunkt: Der Boden ist in der Regel noch nicht dauerhaft gefroren, gleichzeitig liegen die heißen Sommertage hinter uns. Wer jetzt pflanzt, kann sich – je nach Art und Witterung – bereits ab dem späten Winter oder zeitigen Frühjahr über die ersten Blüten freuen.
1. Tulpen: Der Klassiker fürs Frühlingsbeet
Kaum eine Blume steht so sehr für Frühling wie die Tulpe. Ihre Zwiebeln können im Herbst in die Erde und bleiben dort über den Winter.
Als Faustregel gilt bei vielen Blumenzwiebeln: Das Pflanzloch sollte etwa zwei- bis dreimal so tief sein, wie die Zwiebel hoch ist. Die Spitze zeigt dabei nach oben. Tulpen mögen einen sonnigen Standort und einen durchlässigen Boden – Staunässe bekommt den Zwiebeln dagegen nicht gut.
Tipp: Besonders schön wirkt es später, wenn nicht einzelne Tulpen wie kleine Solisten im Beet stehen, sondern mehrere Zwiebeln in lockeren Gruppen gepflanzt werden.
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2. Narzissen: Gelbe Frühlingsboten
Wenn es im Garten leuchtend gelb wird, sind häufig Narzissen im Spiel. Auch ihre Zwiebeln werden im Herbst gepflanzt. Je nach Sorte erscheinen die Blüten anschließend im Frühjahr.
Ein weiterer Vorteil: Viele Narzissen eignen sich zum Verwildern. Stimmen Standort und Bedingungen, können sie mehrere Jahre im Boden bleiben und im nächsten Frühjahr erneut austreiben.
Wichtig: Nach der Blüte sollte das Laub übrigens nicht sofort abgeschnitten werden. Die Pflanze benötigt die Blätter noch eine Weile, um Energie in der Zwiebel einzulagern. Erst wenn das Grün vergilbt ist, darf es weg.
3. Krokusse: Klein, aber ziemlich früh dran
Sie sind klein, können im Frühjahr aber zu den ersten gehören, die Farbe in den Garten bringen: Krokusse. Einige Sorten blühen bereits sehr früh im Jahr.
Besonders hübsch wirken sie nicht nur im Beet. Geeignete Krokusarten können auch in Rasenflächen gesetzt werden und dort mit der Zeit größere Bestände bilden.
Gut zu wissen: Wer sie in den Rasen pflanzt, sollte im Frühjahr allerdings mit dem ersten Mähen warten, bis das Laub nach der Blüte ausreichend eingezogen ist. Sonst fehlt der Zwiebel Energie für die kommende Saison.
4. Hyazinthen: Frühling mit Duft
Bei Hyazinthen gibt es zur kräftigen Farbe gleich noch einen intensiven Duft dazu. Die Zwiebeln können ebenfalls im Herbst gesetzt werden und bringen im Frühjahr ihre markanten, dicht besetzten Blütenstände hervor.
Sie mögen sonnige bis halbschattige Plätze und einen möglichst lockeren, wasserdurchlässigen Boden. Besonders im Kübel sollte überschüssiges Wasser gut ablaufen können, damit die Zwiebeln nicht dauerhaft nass stehen.
Übrigens: Damit sind Hyazinthen auch eine Option für alle, die keinen großen Garten haben: Viele Frühlingszwiebeln lassen sich problemlos in Töpfen und Balkonkästen pflanzen.
5. Schneeglöckchen: Vorhang auf für den Frühling
Sie machen ihrem Namen alle Ehre: Schneeglöckchen können bereits erscheinen, wenn der Winter noch längst nicht endgültig vorbei ist. Auch ihre Zwiebeln lassen sich im Herbst pflanzen.
Wohl fühlen sich viele Schneeglöckchen an eher halbschattigen Standorten – beispielsweise unter laubabwerfenden Sträuchern und Bäumen. Dort bekommen sie im zeitigen Frühjahr Licht, bevor das dichte Blätterdach zurückkehrt.
Schon gewusst? Mit etwas Glück vermehren sich die kleinen Frühblüher über die Jahre und bilden immer größere Gruppen.
Wie tief müssen Blumenzwiebeln in die Erde?
Wer keine Lust hat, bei jeder Zwiebel mit dem Zollstock daneben zu knien, kann sich eine einfache Faustregel merken: etwa zwei- bis dreimal so tief pflanzen, wie die jeweilige Zwiebel hoch ist. Dabei sollte jedoch immer die Empfehlung für die konkrete Art beziehungsweise Sorte Vorrang haben.
Noch wichtiger ist der Boden. Blumenzwiebeln mögen es meist durchlässig, denn dauerhafte Nässe kann Fäulnis begünstigen. Bei schweren Böden kann beispielsweise eine Drainageschicht aus Sand oder feinem Kies helfen.
Und dann gilt: Spitze nach oben, Wurzelseite nach unten. Ist die Orientierung bei einer kleinen Zwiebel nicht eindeutig zu erkennen, ist das meist kein Drama – der Austrieb findet seinen Weg zum Licht.
Kein Garten? Frühlingsblumen wachsen auch im Topf
Auch Balkon und Terrasse können schon im Oktober auf Frühling programmiert werden. Tulpen, Narzissen, Krokusse und Hyazinthen lassen sich in ausreichend große Gefäße setzen.
Besonders effektvoll ist die sogenannte Lasagne-Methode: Dabei werden unterschiedliche Blumenzwiebeln in mehreren Ebenen in einen tiefen Topf gepflanzt. Größere und später blühende Zwiebeln kommen weiter nach unten, kleinere beziehungsweise früh blühende darüber. So kann ein Topf über einen längeren Zeitraum immer wieder neue Blüten hervorbringen. Wichtig sind ein Abflussloch und ein frostfestes Gefäß.









