Abheben für AnfängerWelche Kameradrohnen eignen sich für Einsteiger?

Für die ersten eigenen Luftaufnahmen muss es nicht gleich eine Profi-Drohne sein. Doch zwischen 60 und knapp 300 Euro gibt es erstaunlich große Unterschiede.
Eine gute Einsteiger-Drohne sollte vor allem eines sein: unkompliziert. Funktionen wie Höhenhaltung, einfache Startmodi oder eine Hinderniserkennung können die ersten Flugversuche erleichtern. Wer nicht nur fliegen, sondern auch schöne Urlaubs- und Landschaftsaufnahmen machen möchte, sollte außerdem genauer auf die Kamera schauen. Wir vergleichen drei Modelle für Anfänger.
Unter 100 Euro: F417 Pro mit Display
Wer erst einmal ausprobieren möchte, ob Drohnenfliegen überhaupt Spaß macht, findet mit der F417 Pro einen vergleichsweise günstigen Einstieg. Besonders praktisch: In der Fernsteuerung sitzt bereits ein LCD-Bildschirm. Das Live-Bild lässt sich damit laut Anbieter ohne zusätzliche Smartphone-App verfolgen.
Die Kamera löst mit 1.080p auf und lässt sich um bis zu 90 Grad verstellen. One-Key-Start, Höhenhaltung, Headless-Modus und drei Geschwindigkeitsstufen sollen Anfängern den Einstieg erleichtern. Dazu kommen bürstenlose Motoren und ein Gewicht von weniger als 249 Gramm.
Reichweite: keine konkrete Angabe in den vorliegenden Produktdaten, geschätzt auf ca. 100 Meter
Gewicht: unter 249 g
Auflösung: 1.080p HD
Flugzeit: bis zu 20 Minuten
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Noch günstiger: Holy Stone HS200P
Noch weniger kostet die Holy Stone HS200P. Auch hier gibt es eine 1.080p-Kamera sowie typische Einsteiger-Hilfen wie Höhenhaltung, Headless-Modus und eine Not-Stopp-Funktion. Drei Geschwindigkeitsstufen erlauben es zudem, sich langsam an die Steuerung heranzutasten.
Interessant ist das Paket vor allem wegen der zwei mitgelieferten Akkus. Hinzu kommen 360-Grad-Flips und LED-Leuchten – hier steht neben ersten Kameraaufnahmen also auch der Spaß am Fliegen im Vordergrund.
Reichweite: bis zu 80 Meter
Gewicht: 249 g
Auflösung: 1.080p HD
Flugzeit: bis zu 28 Min. mit 2 Akkus, ca. 14 Min. pro Akku
Mehr Kamera-Technik: DJI Lito 1
Wer bereits weiß, dass gute Luftaufnahmen im Mittelpunkt stehen sollen, landet schnell in einer anderen Preisklasse. Die DJI Lito 1 kostet aktuell rund 288 Euro, bringt dafür aber deutlich mehr Kamera- und Assistenztechnik mit.
Der 1/2-Zoll-CMOS-Sensor ermöglicht laut DJI Fotos mit bis zu 48 Megapixeln beziehungsweise 8K-Auflösung. Videos sind mit 4K und 60 Bildern pro Sekunde möglich, Zeitlupen sogar mit 4K/100 Bildern pro Sekunde. Gerade für Anfänger spannend ist außerdem die sogenannte omnidirektionale Hinderniserkennung. Heißt: Hindernisse werden in verschiedene Richtungen erkannt, woraufhin die Drohne laut Hersteller bremsen oder ausweichen kann.
Reichweite: bis zu 8 km in der EU (CE)
Gewicht: 249 g
Auflösung: Fotos bis 48 MP/8K, Videos bis 4K/60 fps
Flugzeit: bis zu 36 Min. mit Standard-Akku
Damit setzt sich die DJI vor allem bei Kamera, Reichweite und Assistenzfunktionen deutlich von den beiden günstigeren Einsteigermodellen ab. Wer lediglich erste Runden drehen möchte, braucht diese Ausstattung allerdings nicht zwingend.
Drohnen-Regeln: Was Anfänger wissen müssen
Einfach auspacken und losfliegen? Ganz so unkompliziert ist es nicht. Auch kleine Drohnen dürfen nicht einfach überall fliegen. Besonders wichtig ist die 250-Gramm-Grenze: Unter 250 Gramm ist für Einsteiger-Drohnen kein Kompetenznachweis A1/A3, umgangssprachlich oft „Drohnenführerschein“ genannt, nötig. Bei schwereren Modellen ist der EU-Kompetenznachweis Pflicht.
Grundsätzlich gilt: maximal 120 Meter hoch und immer in direkter Sichtweite fliegen. Wer eine Drohne mit Kamera oder einem anderen Sensor nutzt, muss sich in der Regel beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registrieren – auch wenn das Fluggerät weniger als 250 Gramm wiegt (Ausnahme: reines Kinderspielzeug). Die anschließend vergebene e-ID muss sichtbar an der Drohne angebracht werden.
Ebenfalls wichtig: Eine Haftpflichtversicherung ist ebenfalls Pflicht. Da die normale Privathaftpflicht das oft nicht abdeckt, lohnt sich ein kurzer Blick in die eigene Police. Hinzu kommen Flugverbote, etwa rund um Flughäfen, Naturschutzgebiete, Wohngrundstücke oder Bereiche kritischer Infrastruktur. Ob am gewünschten Ort geflogen werden darf, lässt sich vor dem Start über das Map-Tool der Digitalen Plattform Unbemannte Luftfahrt (dipul) prüfen.

