Shopping & Service

Bußgelder möglichHecke schneiden? Warum Gartenbesitzer bis Oktober warten sollten

24.09.2026, 11:09 Uhr
Hecke schneiden
Wildwuchs im Garten? Auch wenn die Hecke dringend nach einem neuen Schnitt aussieht, sollte die Schere im September noch nicht überall zum Einsatz kommen. (Foto: IMAGO / Zoonar)

Die Hecke wächst langsam über den Kopf? Bevor jetzt die Schere gezückt wird, lohnt sich ein Blick auf den Kalender. Denn für kräftige Rückschnitte gibt es klare Regeln.

Wenn die Hecke nach dem Sommer ordentlich aus der Form geraten ist, juckt es Gartenbesitzer schnell in den Fingern. Doch bevor sie Schere und Heckenschneider zum großen Kahlschlag ansetzen, lohnt sich ein Blick auf den Kalender: Das Bundesnaturschutzgesetz schränkt stärkere Heckenschnitte vom 1. März bis einschließlich 30. September ein. Erst ab Oktober beginnt damit wieder die Zeit, in der umfangreichere Rückschnitte grundsätzlich möglich sind.

Darum darf die Hecke erst ab Oktober richtig ab

Konkret regelt Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes, dass Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden dürfen. Hintergrund ist der Schutz wild lebender Tiere und ihrer Lebensräume.

Ganz stillhalten muss die Gartenschere während dieser Monate allerdings nicht: Schonende Form- und Pflegeschnitte, bei denen lediglich der Zuwachs entfernt wird oder die der Gesunderhaltung dienen, sind ausdrücklich erlaubt. Der NABU empfiehlt während der Vogelbrutzeit trotzdem besondere Vorsicht und rät dazu, Gehölze vor Schnittarbeiten auf Nester zu kontrollieren.

Wer zu früh schneidet, riskiert ein Bußgeld: Ein unerlaubter Radikalschnitt kann teuer werden: Wer eine Hecke zwischen dem 1. März und dem 30. September entgegen den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes abschneidet, auf den Stock setzt oder beseitigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Nach Paragraf 69 BNatSchG kann dieser Verstoß mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Wie hoch es tatsächlich ausfällt, hängt vom konkreten Fall ab.

Welche Schere braucht die Hecke?

Ist der Schnitt erlaubt, kommt es auf die Größe der Hecke und die Stärke der Äste an. Für ein paar einzelne Zweige braucht es schließlich kein großes Elektrogerät – und eine lange Hecke möchte wohl niemand Ast für Ast mit einer kleinen Gartenschere bearbeiten.

Für kleinere Korrekturen und stärkere Einzeltriebe ist beispielsweise eine Akku-Gartenschere mit einem effizienten Bypass-Schneidesystem gedacht. Das Gerät von Poifl etwa unterstützt laut Hersteller beim Schneiden von Ästen und jungen Trieben mit einem Durchmesser von bis zu 23 Millimetern.

Anzeige
Professionelle Bypass-Akku-Gartenschere
17
49,99 €59,99 €

Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Eine Nummer größer wird es mit der Bosch EasyShear. Das kompakte Akku-Gerät lässt sich sowohl als Strauch- als auch als Grasschere einsetzen. Zum Lieferumfang gehören ein zwölf Zentimeter langes Strauchmesser und ein acht Zentimeter breites Grasmesser. Der integrierte 3,6-Volt-Akku soll laut Hersteller bis zu 40 Minuten durchhalten. Bei Amazon kommt das Modell auf 4,3 von fünf Sternen aus rund 3.600 Bewertungen; mehr als 1.000 Stück wurden dort zuletzt innerhalb eines Monats gekauft.

Anzeige
Bosch EasyShear.
3580
35,99 €37,99 €

Es muss nicht immer ein Akku sein. Die Fiskars SmartFit Teleskop-Heckenschere HS86 arbeitet komplett ohne Strom und lässt sich von 68 auf bis zu 93 Zentimeter verlängern. Das kann vor allem bei etwas höheren oder breiteren Hecken praktisch sein.

Anzeige
Fiskars SmartFit Teleskop-Heckenschere HS86
521
49,99 €

Wer mehrere Meter Hecke zurückschneiden möchte, dürfte mit einer großen Akku-Heckenschere schneller vorankommen. Das Modell von Trumvol beispielsweise besitzt laut Anbieter eine 52,2 Zentimeter lange Schneide und ist für Äste bis 16 Millimeter ausgelegt.

Anzeige
Akku-Heckenschere mit 2 * 2000mAh Akku
93
69,34 €72,99 €

Der Hersteller nennt zudem einen bürstenlosen Motor und liefert zwei 2.000-mAh-Akkus mit; außerdem wird eine Kompatibilität mit Makita-18-Volt-Akkus angegeben. Bei Amazon erreicht das Modell aktuell 4,5 von fünf Sternen bei 92 Bewertungen. Die vergleichsweise kleine Bewertungsbasis sollte bei der Einordnung berücksichtigt werden.

Auch ab Oktober nicht einfach drauflosschneiden

Der 1. Oktober ist allerdings kein Freifahrtschein für die Heckenschere. Der allgemeine Schutz wild lebender Tiere gilt weiterhin. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet unter anderem, wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu verletzen oder zu töten sowie ihre Lebensstätten ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören. Vor dem Schnitt sollte die Hecke deshalb immer gründlich kontrolliert werden.

Außerdem können regional weitergehende Vorschriften gelten. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt den Ländern ausdrücklich, die Verbotszeiträume zu erweitern oder aus klimatischen Gründen zu verschieben. Im Zweifel lohnt sich deshalb zusätzlich ein Blick auf die Vorgaben der zuständigen Kommune oder Naturschutzbehörde.

Wohin mit Ästen und Schnittgut?

Nach dem Schnippeln wartet meistens ein erstaunlich großer Berg Grünzeug. Dünner Heckenschnitt kann – sofern geeignet und frei von Krankheiten – gehäckselt und beispielsweise weiterverwendet werden. Ein Teil von Ästen und Laub kann außerdem als naturnaher Reisighaufen im Garten Lebensraum und Unterschlupf bieten. Auch der NABU empfiehlt, geeignetes Schnittgut auf diese Weise weiterzuverwenden.

Wer kein Häckselgut im Garten braucht, kann den Grünschnitt bei Wertstoffhöfen abgeben oder über die Biotonne beziehungsweise Grünabfallsäcke der Kommune entsorgen.

Wichtig: Das Verbrennen von Gartenabfällen ist in den meisten Kommunen streng verboten oder stark reglementiert.

Quelle: ntv.de