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Kosten und Leistungen im CheckFür wen sich die teuerste Karte im Portemonnaie lohnen kann

11.09.2026, 08:13 Uhr
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Mit jeder Transaktion sammeln Inhaber einer American Express Platinum Card Punkte. (Foto: americanexpress.com)

60 Euro im Monat für eine Kreditkarte? Die American Express Platinum Card gehört definitiv nicht zu den günstigen Optionen. Hinter der hohen Gebühr verstecken sich allerdings auch einige Services, die auf den ersten Blick übersehen werden können.

Kostenlose Kreditkarten fürs Online-Shopping oder die gelegentliche Mietwagenbuchung gibt es inzwischen reichlich. Am anderen Ende der Preisskala liegt die American Express Platinum Card: 60 Euro kostet die Kreditkarte aus Metall – pro Monat. Zu den viel beworbenen Services der Karte zählen unter anderem das Bonusprogramm und diverse Guthaben im Wert von 650 Euro. Spannend wird die Preis-Leistungs-Rechnung allerdings besonders bei Leistungen, die American Express weniger prominent mit einem festen Eurobetrag bewirbt – die aber im Alltag den größten Unterschied machen können.

Ein Überblick: Das bietet die American Express Platinum Card für 720 Euro im Jahr

Mit dem jährlichen Kartenentgelt von 720 Euro dürfte die Kreditkarte aus Metall bei vielen die teuerste Karte im Portemonnaie oder Mobile Wallet sein. Auf der eigenen Website berichtet American Express von "Vorteilen im Wert von über 2.280 Euro". Was steckt tatsächlich dahinter? Unter anderem fallen diese Services sofort ins Auge:

  • Aktuell: bis zu 85.000 Punkte gestaffelter Neukundenbonus bei Erreichen eines Mindestumsatzes (nur über Links wie den unten stehenden)

  • Teilnahme am Bonusprogramm Membership Rewards

  • Jährliche Guthaben im Wert von 650 Euro für Restaurants, Online-Reisebuchungen und mehr

  • Zugang zu über 1.550 Flughafen-Lounges

  • Inkludiertes Versicherungspaket für Reisen

  • Bis zu 5 Zusatzkarten (1 Platinum Card und 4 weitere, z. B. Gold Cards)

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American Express Platinum Card mit bis zu 85.000 Membership Rewards Punkten
720,00 € / Jahr

Hinweis: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich schnell ändern. Sollte sich etwa der Bonus von dem hier angegebenen unterscheiden, hat der Anbieter ihn nach Veröffentlichung des Artikels angepasst.

Daneben gibt es aber noch weitere Leistungen, die American Express weniger prominent bewirbt. Genau anhand dieser Vorteile wird allerdings der Unterschied zwischen der Platinum Card und anderen teuren Kreditkarten im Alltag ersichtlich.

Hotel-Vorteile: Gratis-Frühstück, Zimmer-Upgrade oder Late-Check-out

Zu den unbekannteren Annehmlichkeiten der Platinum Card zählen die Status-Mitgliedschaften einiger Hotelketten. Die entsprechenden Status gibt es für Inhaber nach kostenloser Registrierung und Aktivierung über das American-Express-Konto, ganz ohne die normalerweise erforderlichen Mindestübernachtungen. Diese Mitgliedschaften zählen dazu:

  • Hilton Honors Gold

  • Marriott Bonvoy Gold Elite

  • Radisson Rewards Premium

  • MeliáRewards Gold

  • ALL Accor Gold Status

  • GHA Discovery Platinum

Je nach Status, Hotel und Verfügbarkeit können Mitglieder beispielsweise ein kostenfreies Frühstück genießen, später auschecken oder ein Zimmer-Upgrade bekommen.

Ähnliche Extras erhalten American-Express-Kunden über die Programme Fine Hotels + Resorts (FHR) sowie The Hotel Collection. Bei Buchungen über die Hotelprogramme von American Express können Karteninhaber in mehr als 3.000 teilnehmenden (Luxus-)Hotels zusätzliche Vorteile erhalten. Die Bedingung: Die Reservierung muss dafür über American Express Travel erfolgen. Je nach Programm und Hotelpartner können dazu unter anderem folgende Leistungen gehören:

  • Kostenloses Frühstück für 2 Personen

  • Zimmer-Upgrades nach Verfügbarkeit

  • Früher Check-in und später Check-out

  • Zusätzliches Hotelguthaben für Restaurant- oder Spa-Leistungen

Je nach Hotel kann der Gegenwert dieser Leistungen schnell mehrere Hundert Euro pro Aufenthalt erreichen.

Status-Upgrades auch bei Mietwagenpartnern

Neben den Hotelpartnern stehen Inhabern der American Express Platinum Card auch Statusvorteile bei Mietwagenfirmen zur Verfügung. Je nach Anbieter profitieren Karteninhaber von bevorzugtem Service, schnelleren Abholprozessen oder kostenlosen Fahrzeug-Upgrades. Zu den Partnern zählen Hertz, Avis und SIXT.

The Global Lounge Collection: Vor dem Abflug entspannen

Auch beim Flughafen-Loungezugang lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte. Über die American Express Global Lounge Collection erhalten Platinum-Card-Kunden Zugang zu mehr als 1.550 Lounges weltweit. Teil des Angebots ist unter anderem eine kostenlose Priority-Pass-Mitgliedschaft, daneben gehören beispielsweise Centurion Lounges und Plaza Premium Lounges zum Netzwerk.

Besonders interessant für Paare und Familien: Auch die Platinum-Zusatzkarte beinhaltet einen Priority Pass. Haupt- und Zusatzkarteninhaber dürfen jeweils einen Gast kostenlos in teilnehmende Priority-Pass-Lounges mitnehmen – gemeinsam sind damit bis zu vier Personen möglich. Für Karten, die nach dem 1. September 2024 beantragt wurden, gilt allerdings eine Obergrenze von insgesamt 50 Priority-Pass-Loungebesuchen pro Kalenderjahr. Das gemeinsame Kontingent umfasst Haupt- und Zusatzkarteninhaber sowie deren Gäste.

Ein bislang enthaltener Vorteil fällt allerdings bald weg: Der Zugang zu Lufthansa-Lounges über die Global Lounge Collection endet für deutsche Platinum Cards am 30. September 2026.

Membership Rewards Punkte: Gegenwert steigern durch Transfer

Im Bonusprogramm von American Express sammeln Inhaber einer Platinum Card mit jedem umgesetzten Euro Punkte. Viele lösen ihre Membership Rewards Punkte direkt für Shopping oder das Begleichen von Kartentransaktionen ein. Dabei wird gegebenenfalls Potenzial verschenkt, denn die Übertragung der Punkte in Partnerprogramme kann den Gegenwert erheblich steigern. Wer genug Punkte gesammelt hat und sie beispielsweise zu einem Vielfliegerprogramm wie Qatar Privilege Club oder British Airways Club transferiert, kann damit Flug-Upgrades oder sogar Business-Class-Flüge buchen, die regulär mehrere Tausend Euro kosten würden. Aber: Ob das möglich ist, hängt von Strecke, Datum, Programm und weiteren Faktoren ab.

American Express im Kosten-Check: Das sollten Interessierte wissen

Die fixe Monatsgebühr liegt bei 60 Euro. Hinzu kommen mögliche Zusatzkosten, die Inhaber im Hinterkopf haben sollten: Für Bargeldabhebungen fallen vier Prozent, mindestens fünf Euro, und für Zahlungen in Fremdwährungen zwei Prozent des Transaktionswerts an. Wer im Ausland häufig in Nicht-Euro-Währungen zahlt oder regelmäßig Bargeld abhebt, sollte daher am besten eine weitere Reisekreditkarte ohne Fremdwährungs- und Abhebegebühren dabeihaben.

Ein weiterer möglicher Nachteil: Die Akzeptanz von American Express liegt hierzulande noch hinter der von Visa und Mastercard, berichtet das Handelsblatt. Gerade in kleineren Shops, Cafés & Co. kann es passieren, dass die Zahlung mit einer American-Express-Kreditkarte nicht möglich ist. Das Akzeptanznetz wird laut Zahlungsdienstleister aber stetig erweitert.

Fazit: Lohnen sich 720 Euro pro Jahr für eine Kreditkarte?

Keine Frage: Die American Express Platinum Card ist teuer. Und die größten Vorteile, mit denen American Express wirbt, sind für viele gar nicht die, die sich im Alltag am meisten bemerkbar machen. Ein Beispiel: Zu den enthaltenen Guthaben gehören unter anderem 100 Euro Shopping-Guthaben für Lodenfrey, je 50 Euro pro Halbjahr. Dieses Guthaben verfällt alternativlos, wenn Karteninhaber nicht zweimal pro Jahr bei Lodenfrey einkaufen. Das Aufwiegen des jährlichen Kartenentgelts von 720 Euro mit den monetären Guthaben in Gesamthöhe von 650 Euro ist also nicht für jeden die passende Rechnung.

Entscheidend ist daher der persönliche Gegenwert. Wer regelmäßig Hotels und Flughafen-Lounges nutzt oder Membership Rewards Punkte zu Vielfliegerprogrammen transferiert, kann aus der Platinum Card deutlich mehr herausholen als aus den Guthaben allein. Ob das 720 Euro im Jahr tatsächlich rechtfertigt, hängt letztlich davon ab, wie gut die Leistungen zum eigenen Reise- und Ausgabeverhalten passen. Clever eingesetzt, kann sich die Kreditkarte aber lohnen.

Alternative: Miles & More Gold Credit Card für Meilensammler

Wer hauptsächlich eine Kreditkarte mit einem umfangreichen Bonusprogramm sucht, findet auch in der Miles & More Gold Credit Card eine gute Alternative. Mit dieser Kreditkarte sammeln Inhaber mit jeder Transaktion Meilen, die sich anschließend ebenfalls in Prämien eintauschen oder für Flug-Upgrades einlösen lassen. Sie kostet aktuell 11,50 Euro im Monat beziehungsweise 138 Euro im Jahr.

  • Bis zum 31. Dezember 2026: 4.000 Meilen und 40 Points Willkommensbonus

  • 1 Meile je 2 Euro Kartenumsatz

  • Meilen ohne Verfallsdatum (solange das Kartenkonto besteht)

  • Marriott Bonvoy Silver Elite Status

  • Umfangreiches Versicherungspaket mit Reise- und Mietwagenschutz sowie Allianz Telemedizin

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M&M Gold
Miles & More Gold Credit Card
138,00 € / Jahr

An den Umfang der Platinum Card kommt die Miles & More Gold Credit Card also nicht heran. Ein Hotelstatus im Marriott-Bonvoy-Programm sowie diverse Reiseversicherungen sind jedoch auch hier inkludiert. Als Mastercard dürfte sie insbesondere in Deutschland und Europa an mehr Stellen akzeptiert werden als American Express. Allerdings fallen auch hier Zusatzkosten an: Bargeldabhebungen kosten in der Regel zwei Prozent des Betrags, mindestens fünf Euro, Zahlungen in Fremdwährungen 1,95 Prozent des Umsatzes. Bei den ersten zwei Bargeldabhebungen pro Kalenderjahr außerhalb Deutschlands entfällt das Transaktionsentgelt für die Abhebung.

Quelle: ntv.de