Präzise VitalwerteBlutdruckmessen war nie so einfach? Huawei bringt neue Watch D3 auf den Markt

Blutdruck messen direkt am Handgelenk: Die neue Huawei Watch D3 setzt dafür auf eine aufblasbare Manschette.
Smartwatches zählen längst Schritte, analysieren den Schlaf und messen die Herzfrequenz. Huawei geht mit seiner neuen Watch D3 noch einen Schritt weiter: In das nur 11,3 Millimeter dünne Gehäuse hat der Hersteller eine aufblasbare Manschette samt Mini-Pumpe integriert. Damit soll sich der Blutdruck nach einem ähnlichen Prinzip bestimmen lassen, wie man es von klassischen manschettenbasierten Blutdruckmessgeräten kennt. Wir haben uns das neue Gadget genauer angesehen.
Medizinische Präzision dank Mini-Airbag
Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Smartwatches setzt Huawei bei der Watch D3 auf ein echtes, oszillometrisches Verfahren. In das Armband ist ein flacher Mini-Airbag integriert, der von einer Mikropumpe im Gehäuse aufgeblasen wird. Die Messung erfolgt somit physikalisch über tatsächlichen Druckaufbau an der Pulsader – nach demselben oszillometrischen Grundprinzip wie klassische Manschettenmessgeräte.
Damit unterscheidet sich die Uhr von Wearables, die Blutdruckwerte ausschließlich über optische Sensoren beziehungsweise daraus abgeleitete Daten bestimmen. Huawei gibt zudem an, dass die Watch D3 für das Blutdruckmonitoring nach der europäischen Medizinprodukteverordnung CE-MDR zertifiziert ist.
Die wichtigsten Daten im Überblick:
Blutdruck: aufblasbare Manschette mit integrierter Mini-Pumpe
Langzeitmessung: 24-Stunden-Blutdruckmonitoring (ABPM)
Gesundheit: unter anderem EKG, Herzfrequenz, Schlaf und Stress
Gehäuse: 11,3 mm dünn
Akku: laut Huawei bis zu 6 Tage; einen Tag bei aktivierter 24-Stunden-Messung
Kompatibilität: Android und iOS
Praktisch: Die Uhr kann nicht nur einzelne Messungen durchführen, sondern unterstützt laut Huawei auch die ambulante Blutdruckmessung über einen Zeitraum von 24 Stunden (ABPM). Messwerte lassen sich speichern und exportieren. So sollen sich beispielsweise Veränderungen über den Tagesverlauf besser nachvollziehen lassen.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Zum Start gibt es ein Extra dazu
Mit 449 Euro gehört die Huawei Watch D3 nicht zu den günstigen Smartwatches. Interessant wird deshalb das Launch-Angebot: Wer die Uhr bis zum 30. September 2026 im Huawei Store kauft, kann laut Anbieter zwischen zwei Paketen wählen.
Zur Wahl stehen die Huawei Scale 3 mit einem angegebenen Wert von 69 Euro oder die FreeBuds SE 4 im Wert von 59,99 Euro. In beiden Paketen ist außerdem Huawei Worry-Free Care enthalten, das der Hersteller mit einem Wert von 200 Euro beziffert. Mit einem zusätzlichen 20-Euro-Coupon soll der Preis für die Watch D3 schließlich auf 429 Euro sinken.
Blutdruckmessung im Vergleich: Huawei vs. Samsung und Apple
Auf dem Markt für Wearables existieren derzeit grundlegend verschiedene Ansätze zur Erfassung von Herz-Kreislauf-Daten:
Huawei Watch D3: Nutzt die beschriebene manschettenbasierte Druckmessung per Luftpumpe. Vorteil: Für die Blutdruckmessung ist keine regelmäßige Kalibrierung mit einem externen Oberarmgerät erforderlich.
Samsung (Galaxy Watch Serie): Verwendet optische Sensoren (PPG). Die Uhr berechnet den Blutdruck anhand der Lichtreflexion des Blutflusses. Dieses Verfahren erfordert jedoch alle vier Wochen eine Nachkalibrierung mit einem klassischen Blutdruckmessgerät, um genaue Werte zu liefern, so Samsung.
Apple (Apple Watch): Apple konzentriert sich bei seinen Modellen primär auf Herzfrequenz, EKG und das Erkennen von Bewegungsmustern. Anstelle von direkten Blutdruckmesswerten liegt der Fokus hier eher auf Benachrichtigungen bei Auffälligkeiten oder Risikohinweisen.
Für wen könnte sich die Huawei Watch D3 lohnen?
Die Watch D3 ist vor allem für Menschen interessant, denen klassische Fitnessdaten einer Smartwatch nicht ausreichen und die ihren Blutdruck regelmäßig im Blick behalten möchten. Die integrierte Manschette ermöglicht es, den Blutdruck direkt am Handgelenk zu messen – ohne dafür unterwegs ein separates Oberarmgerät dabeihaben zu müssen.
Wichtig bleibt: Auch eine medizinisch zertifizierte Smartwatch ersetzt keine ärztliche Diagnose. Auffällige oder wiederholt erhöhte Blutdruckwerte sollten medizinisch abgeklärt werden. Für vergleichbare Messwerte kommt es außerdem auf die korrekte Anwendung und eine ruhige Messsituation an.

