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ThüringenSUP-Trend in Thüringen: Was Stehpaddler wissen müssen

05.09.2026, 07:01 Uhr
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Auch auf Thüringens Gewässern gehören Stand-Up-Paddler längst zum Bild. Was gerade Neulinge beachten sollten und warum das Hobby in diesem Monat noch voll ausgekostet werden sollte.

Erfurt (dpa/th) - Mit einem aufblasbaren Board unter den Füßen und einem Paddel in der Hand übers Wasser: Der Trend zum Stand-Up-Paddling (SUP) hält seit Jahren an - und auch in Thüringen gibt es viele SUP-Fans. "In den letzten Jahren können wir einen Zuwachs beim Stand-Up-Paddling feststellen", berichtet etwa Linda Richter von der Stadtverwaltung Saalburg-Ebersdorf für das Thüringer Meer.

Die Trendsportart sei eine zusätzliche und einfach zu lernende Möglichkeit, Gewässer und Natur vom Wasser aus zu erleben. Größere Probleme etwa im Zusammenspiel mit anderen Nutzern der Gewässer gebe es mit der relativ neuen Sportart bisher keine. Gerade auf der Bleilochtalsperre sei genug Raum für alle.

Obwohl sich die SUP-Nutzer in der Regel rücksichtsvoll verhielten, gebe es doch einiges zu beachten, um sich selbst und die Natur zu schützen, sind sich die Befragten einig.

So bestehen für einige Gewässer wie etwa den Bleiloch- und Hohenwartestausee eigene Stausee-Ordnungen. An Trinkwassertalsperren können Wassersport und damit auch Stand-Up-Paddling vollständig untersagt sein. Darüber hinaus müssen Schutz- und Sperrzonen, Schifffahrtsbereiche sowie Vorgaben des Natur- und Umweltschutzes eingehalten werden. Auch Rücksicht auf andere Nutzer der Gewässer sei wichtig.

Rettungsschwimmer warnen vor Selbstüberschätzung

"Die vergleichsweise einfache Handhabung darf zudem nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch beim SUP grundlegende Sicherheitsregeln beachtet werden müssen", erklärt Steffen Schulze vom Landesverband Thüringen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Wesentliche Voraussetzungen seien etwa sicheres Schwimmen, eine geeignete Schwimmweste sowie eine für das jeweilige Gewässer geeignete Sicherungsleine mit Panikverschluss.

Eine besondere Gefahr stellten Selbstüberschätzung sowie plötzlich wechselnde Wetter- und Windverhältnisse dar. Vor jeder Tour solle daher Wettervorhersage und Windrichtung geprüft sowie die Strecke, Ein- und Ausstiegsstellen und der Rückweg geplant werden. Ein wasserdicht verpacktes Mobiltelefon, eine Signalpfeife, gut sichtbare Kleidung, ausreichend Getränke sowie Sonnen- beziehungsweise Kälteschutz seien unverzichtbare Teile der Ausrüstung. Bei längeren Touren sei es sinnvoll, Bekannte oder Familie über die geplante Strecke und die voraussichtliche Rückkehr zu informieren.

Eine gesonderte Statistik zu SUP-Einsätzen liegt der DLRG zwar nicht vor, doch auch SUP-Nutzer könnten etwa aufgrund von Erschöpfung oder gesundheitlichen Problemen schnell zu einem Fall für die Wasserrettung werden, sagt Schulze.

Naturschützer: Vögel nicht unnötig stören

Aus Sicht des Naturschutzverbands Nabu sollten naturbewusste Paddler in der Vogelzugzeit von Anfang Oktober bis Ende März freiwillig auf ihr Hobby verzichten. Der Sprecher des Nabu Thüringen, Jürgen Erhardt, verweist etwa auf eine Untersuchung, die gezeigt habe, dass Wasservögel von Stand-Up-Paddlern im Vergleich zu anderen Wassersportlern wie Ruderern, Seglern oder Kanufahrern intensiver gestört würden.

Das liege vermutlich unter anderem an der deutlichen Erkennbarkeit der menschlichen Silhouette, die die Tiere verstärkt zur Flucht anrege. Häufige Störungen schwächten die Vögel im Herbst und Winter unnötig. Zur Brutzeit könne sich das sogar negativ auf die Fortpflanzung und die erfolgreiche Jungenaufzucht auswirken. Noch sensibler als auf Stand-Up-Paddling reagierten Wasservögel allerdings auf Motorboote.

Grundsätzlich gelte für SUP dasselbe wie für alle Freizeitaktivitäten in der Natur, so Erhardt: Es sei wichtig, Rücksicht auf Tiere und Pflanzen zu nehmen, auf den offiziellen Routen zu bleiben, keine Wege zu den Uferbereichen am Gewässer freizulegen, Schutzgebiete zu akzeptieren, unnötigen Lärm zu vermeiden, Abfall mitzunehmen und kein offenes Feuer zu machen. "Viele Stand-Up-Paddler und Outdoor-Sportler sind in der Regel auch Naturliebhaber, es fehlt ihnen nur manchmal das nötige Bewusstsein und Hintergrundwissen", so Erhardt.

Quelle: dpa

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