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SachsenVerbände sehen kulturelle Infrastruktur in Sachsen gefährdet

11.09.2026, 16:53 Uhr
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Sachsen hat sich als Land der Kultur einen Namen gemacht. Doch wie lange noch passt dieses Label angesichts leerer Kassen im Haushalt von Staat und Kommunen?

Dresden (dpa/sn) - Die Kulturverbände in Sachsen sehen wegen der Kassenlage ein bisheriges Markenzeichen des Freistaates in Gefahr: seine Kulturszene. "Ein Rückbau der kulturellen Infrastruktur ist eine wirtschafts- und gesellschaftspolitische Fehlentwicklung", erklärte die Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände mit Blick auf den Regierungsentwurf zum Doppelhaushalt 2027/2028. Das Gremium vertritt die Interessen zahlreicher Verbände für Theater, Bildende Kunst, Kultur- und Kreativwirtschaft, Museen, Bibliotheken, Soziokultur, Kinder- und Jugendbildung, Film, Literatur und Musik.

Verbände verlangen deutliche Nachbesserungen

Die Interessengemeinschaft verlangte im derzeit laufenden parlamentarischen Verfahren deutliche Nachbesserungen. Die Regierung setze mit den geplanten Kürzungen im Kulturbereich die falschen Prioritäten. "Während der Gesamthaushalt des Freistaates 2027 um sechs Prozent und 2028 nochmals um zwei Prozent wachsen soll, sind zugleich signifikante Einschnitte bei der Kultur vorgesehen", hieß es. Konkrete Zahlen zu den Kürzungen wurden nicht genannt. Die Kulturförderung basiert auf vielen Säulen.

Sorgen bereitet vor allem die Lage im ländlichen Raum

Die Sorge der Verbände richtet sich vor allem auf die Situation im ländlichen Raum. Dort seien in den vergangenen Jahren mit großem Engagement kulturelle Netzwerke entstanden, teilte die Interessengemeinschaft mit. Sie seien "wichtige Ankerpunkte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und stärkten die regionale Standortattraktivität Sachsens". "Ein Abbau dieser Strukturen werde die Kulturlandschaft des Freistaates negativ beeinflussen."

Unterstützung für freie Szene angemahnt

Mit Blick auf die Kulturszene fordern die Verbände eine Kurskorrektur in vier Punkten. Das Kulturraumgesetz müsse als zentrale Säule der Förderung auf dem Niveau von 108,7 Millionen Euro wie in diesem Jahr fortgeführt werden. Die im Regierungsentwurf enthaltenen Kürzungen bei der Kulturstiftung gelte es aufzuheben. Der dritte Punkt betrifft den Verzicht auf Einsparungen bei der kulturellen Bildung - etwa bei den Jugendkunstschulen. Zudem müssten die Freie Szene und die institutionelle Förderung gesichert werden.

Quelle: dpa

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