Regionalnachrichten

Rheinland-Pfalz & SaarlandOhrfeige: Mainz genervt von Derby-Pleite gegen Frankfurt

13.09.2026, 12:51 Uhr
image

Der FSV Mainz 05 verliert erst zum zweiten Mal in seiner Bundesliga-Historie ein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Das schmerzt besonders.

Mainz (dpa/lrs) - Trainer Urs Fischer sprach von einer "Ohrfeige" - und Torwart Robin Zentner war einfach nur genervt, "Frankfurt hier feiern zu sehen". Der Frust bei den Verantwortlichen und Spielern des FSV Mainz 05 nach der erst zweiten Bundesliga-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt saß tief.

"Uns haben die Tugenden gefehlt, die du in der Bundesliga jede Woche auf den Platz bringen musst. Gerade was Intensität und Aggressivität angeht", kritisierte Fischer nach dem 1:3 (0:2) im Rhein-Main-Derby. Und Sportdirektor Niko Bungert räumte ein: "Man verdient nicht gerne Bundesligaspiele, gegen Eintracht Frankfurt noch ein bisschen weniger."

Dabei sprachen die Vorzeichen eigentlich für die Mainzer. Während die 05er für ihren Auftritt in der Vorwoche beim 5:0 in Hamburg viel Lob erhalten hatten, herrschte bei der Eintracht nach dem 1:4 gegen Augsburg große Unruhe. Doch dann kam alles anders.

Mainz fehlerhaft und harmlos

Die Rheinhessen liefen von Beginn an Ball und Gegner hinterher und gingen verdient als Verlierer vom Platz. "Wir waren ein bisschen schläfrig als gesamte Mannschaft", stellte Zentner enttäuscht fest. Und Stürmer Phillip Tietz, der nach den Gegentoren von Can Uzun (9./60. Minute) und Jonathan Burkardt (45.+1) kurz vor Schluss zum Endstand traf, befand: "Das war eine harte Landung und ein gebrauchter Nachmittag."

Die Erklärung dafür lieferte der 29-Jährige gleich mit. "Frankfurt wollte es vielleicht ein bisschen mehr. Wir hatten zu viele Ballverluste, sie haben mehr 50:50-Duelle für sich entschieden und waren griffiger bei zweiten Bällen. So kommt es zu einem Spielverlauf, bei dem du irgendwann einen negativen Flow im Kopf hast", analysierte Tietz.

Hinzu kamen eklatante Abwehrschwächen, die die Hessen eiskalt ausnutzten. Fischer nahm seine Schützlinge dennoch in Schutz. "Es wäre schön, wenn wir wie Roboter funktionieren würden. Doch das sind Menschen, die machen Fehler. Heute haben wir eindeutig zu viele Fehler gemacht und die Eintracht zu Toren eingeladen. Aber die Jungs machen das ja nicht mit Absicht", sagte der 60 Jahre alte Schweizer.

Amiri scheitert vom Punkt

Dass Nationalspieler Nadiem Amiri kurz vor der Pause mit einem Foulelfmeter an Frankfurts Torwart Noah Atubolu scheiterte und damit den möglichen Ausgleich vergab, passte an diesem Tag ins Bild. "Natürlich war mein Elfmeter der Schlüsselmoment. Wenn ich den zum 1:1 reinmache, geht es vielleicht anders aus. Das nehme ich auf jeden Fall auf meine Kappe", sagte Amiri.

Vorwürfe gab es für den Kapitän aber nicht. "Es wäre zu einfach zu sagen, dass wir deshalb das Spiel verloren haben. Das wäre eine Ausrede und totaler Quatsch. Wir hätten einfach ein anderes Spiel zeigen müssen", sagte Tietz. Und Fischer befand: "Das Momentum mit dem Elfmeter hätte vielleicht noch etwas bewirken können. Aber wenn du nur eine Halbzeit hinbekommst, ist es schwierig, Bundesligaspiele zu gewinnen."

Das soll sich in der kommenden Woche ändern. Dann gastieren die 05er bei der angeschlagenen Borussia aus Mönchengladbach, die sich nach dem Saison-Fehlstart mit drei Niederlagen von Trainer Eugen Polanski getrennt hat. Und so richtete Fischer den Fokus schon wieder auf die nächste Aufgabe: "Auch wenn wir heute eine Ohrfeige bekommen haben, gilt es nach vorn zu schauen und es nächstes Wochenende besser zu machen."

Quelle: dpa

Regionales