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Nordrhein-WestfalenSo viel Lehrernachwuchs wie lange nicht in NRW

21.10.2026, 13:55 Uhr
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Die Landesregierung vermeldet Rekordzahlen bei Lehramtsanwärtern und Schulausgaben. Doch halten die Bildungsinvestitionen wirklich Schritt mit den Erfordernissen?

Lüdenscheid (dpa/lnw) - Fast 4.000 Lehramtsanwärter starten zum 1. November ihren Vorbereitungsdienst in Nordrhein-Westfalen - nach Angaben der Landesregierung so viele wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. In dieser Wahlperiode ist die Zahl demnach sogar Rekord. Das gaben Ministerpräsident Hendrik Wüst und Schulministerin Dorothee Feller (beide CDU) bei der diesjährigen Vereidigungsfeier für den Lehrkräftenachwuchs in Lüdenscheid bekannt. Allein im Vergleich zum Vorjahr gebe es ein Plus von rund 500 Lehramtsanwärtern.

"Jedes Kind soll einen guten Start ins Leben haben", unterstrich Wüst. "Wo ein Kind herkommt, darf nicht darüber entscheiden, wie weit es im Leben kommt." Kein anderes Bundesland gebe einen größeren Anteil seiner Mittel für Bildung aus als NRW. Dieser Einsatz zahle sich aus: Seit 2022 arbeiteten hier 12.600 Menschen mehr an den Schulen.

Damit ist das Schulpersonal nach Angaben der Landesregierung in dieser Wahlperiode so stark gewachsen wie seit den 1970er-Jahren nicht mehr. Seit Beginn der Legislatur 2022 seien in NRW mehr als 30.000 Menschen dauerhaft neu in den Schuldienst eingestellt, darunter rund 25.000 Lehrkräfte.

Startchancen im Visier

Besonders positiv habe sich der Nachwuchs für die Grundschulen entwickelt: Während im November 2022 rund 600 angehende Grundschullehrkräfte ihren Vorbereitungsdienst aufgenommen hätten, seien es jetzt fast 800. Mit den geplanten ABC-Klassen will die schwarz-grüne Koalition den Bildungsweg schon vor der Einschulung stärker in den Blick nehmen und die sprachlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulstart verbessern.

Flankiert werde der Personalaufbau durch Bildungsinvestitionen auf Rekordniveau, betonte die Landesregierung: Mehr als 43 Milliarden Euro stünden in diesem Jahr für Bildung bereit. Der Haushaltsentwurf für 2027 sehe eine weitere Steigerung auf 44,4 Milliarden Euro vor.

Opposition und Bildungsverbände pochen auf höhere Investitionen

Die SPD-Opposition hat demgegenüber mehrfach kritisiert, mit den Steigerungen des Gesamthaushaltes hielten die Ausgaben für Kinder, Jugend und Bildung nicht Schritt. Bildungsgewerkschaften weisen zudem immer wieder darauf hin, dass sowohl pädagogische Aufgaben als auch Dokumentationspflichten im Laufe der Jahre stark zugenommen hätten.

Deswegen seien die positiven Zahlen "nicht mit einer Entwarnung bei der Unterrichtsversorgung verwechseln", stellte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fest. Die gesellschaftliche Verantwortung, die der Beruf mit sich bringe, benötige gute Rahmenbedingungen, unterstrich die Landesvorsitzende Ayla Çelik. Allein von 2022 bis 2025 hätten gut 3.000 grundständig ausgebildete Lehrkräfte der Schule den Rücken gekehrt, darunter über 1.000 verbeamtete Lehrkräfte. "Wir müssen verhindern, dass junge Menschen mit großer Motivation in den Beruf starten und durch dauerhafte Überlastung wieder verloren gehen", warnte die Gewerkschafterin.

Schulministerin Feller warb um weitere Lehramtsanwärter. "Kaum eine andere Berufsgruppe kann für sich behaupten, einen solch positiven Einfluss auf junge Menschen und damit eben auch unsere Gesellschaft zu haben", unterstrich die CDU-Politikerin. Deren Tätigkeit sei auch ein großer Beitrag zur Stärkung der Demokratie. Wüst dankte den angehenden Lehrkräften. "Unsere Gesellschaft vertraut ihnen das Wertvollste an, das sie hat - ihre Kinder und ihre Zukunft", hob er hervor.

Quelle: dpa

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