Nordrhein-WestfalenJVA-Mitarbeiterin wegen Drogenhandels in Untersuchungshaft

Eine Mitarbeiterin der JVA Geldern sitzt wegen des Verdachts auf Drogenhandel und Bestechlichkeit in Untersuchungshaft. Auch gegen vier Insassen wird ermittelt – was bisher bekannt ist.
Kleve/Geldern (dpa/lnw) - Eine Mitarbeiterin der JVA Geldern ist wegen Drogenhandels festgenommen worden. Ermittelt werde außerdem gegen vier Insassen der JVA am Niederrhein, hieß es von der Staatsanwaltschaft Kleve am Morgen. Zuvor hatte die "Rheinischen Post" berichtet.
Der Zugriff sei bereits vergangene Woche erfolgt. Seit einer Woche sitze die Frau wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und Bestechlichkeit in Untersuchungshaft. Nähere Angaben seien wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens nicht möglich, so die Staatsanwaltschaft.
Nach dpa-Informationen gehen die Ermittlungen auf eine Anzeige der Anstaltsleitung zurück. Diese hatte Mitte Juli den Verdachtsfall bei den Ermittlungsbehörden gemeldet. Die betroffene Frau ist demnach eine Beamtin auf Probe. Sie wurde am vergangenen Dienstag kurz nach Dienstbeginn in der JVA festgenommen.
Ein Verdächtiger wurde abgeschoben
Die Ermittler durchsuchten auch die Zellen von zwei beschuldigten Gefangenen. Einer ist nach dpa-Informationen aber gar nicht mehr in der JVA, da er inzwischen abgeschoben wurde.
In den Gefängnissen Nordrhein-Westfalens wurden im Jahr 2025 1.713 Drogenfunde registriert – ein Rückgang im Vergleich zu 1.945 Funden im Jahr 2024. Überwiegend handelt es sich um Cannabis, die Zahl der Funde synthetischer Designerdrogen (NPS) steigt dabei deutlich.
Vor der Festnahme der JVA-Bediensteten in Geldern hatten in diesem Jahr bereits mehrere Fälle von Korruption und Drogenhandel in nordrhein-westfälischen Gefängnissen für Aufsehen gesorgt.
Der FDP-Rechtsexperte Werner Pfeil sagte mit Bezug auf den neuen Fall: "In Minister Benjamin Limbachs NRW-Justiz sind Schmuggel, Korruption, Drogen und Handys Alltagsgeschäft. Je mehr die Beschäftigten unter dem politisch geschaffenen Personalmangel leiden, desto weniger funktionieren Kontrollmechanismen in den Anstalten."