Niedersachsen & BremenWeiter kaum Wasser in Oberweser und Elbe

Seit Wochen ächzt Deutschland unter Trockenheit. Das fällt besonders an Flüssen auf. Die jüngsten Niederschläge haben daran kaum etwas geändert.
Hann. Münden/Neu Darchau (dpa/lni) - Den Flüssen in Niedersachsen fehlt trotz Schauern und Unwettern weiter Wasser. Die Niederschläge der vergangenen Tage und Wochen haben die Pegelstände zwar immer mal wieder ansteigen lassen, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes hervorgeht. Jedoch stiegen die Wasserstände nur für einige Stunden und blieben meist unter den für die Schifffahrt relevanten Grenzwerten. Inzwischen belasten die niedrigen Wasserstände die Flüsse seit Monaten.
Am Pegel in Hann. Münden, dem Beginn der Weser, schwankte der Wasserstand in den vergangenen Tagen zwischen 56 und 88 Zentimetern. Im Hochsommer und vor den ersten kleineren Niederschlägen lagen die Werte zum Teil noch niedriger. Zum Vergleich: Zwischen 1996 und 2006 lag der Tiefstwert durchschnittlich bei 96 Zentimetern. Für die Schifffahrt sind an dem Pegel mindestens 120 Zentimeter notwendig.
Auch weiter flussabwärts ist die Lage ähnlich. In Bad Karlshagen kam der Pegelstand zuletzt nicht über 67 Zentimeter hinaus, in Hameln nicht über 69 Zentimeter. Mit 111 Zentimetern wurde der höchste Pegelstand an der Oberweser zuletzt in Wahmbeck am späten Mittwochabend gemessen. Unverändert fahren zahlreiche Fähren nicht, bei Fahrgastschiffen ist der Betrieb eingeschränkt.
Auch wichtiger Talsperre fehlt Wasser
Grund für die niedrigen Wasserstände an der Oberweser ist neben den geringen Niederschlägen auch die Lage an der Edertalsperre in Nordhessen. Die drittgrößte Talsperre Deutschlands soll eigentlich die Oberweser im Sommer schiffbar halten - hat aber selbst kaum noch Wasser. Am Freitag war sie nur noch zu rund 14 Prozent gefüllt. Seit Wochen gibt sie deshalb weniger als die übliche Mindestmenge an Wasser ab.
Ähnlich ist die Lage an der Elbe in Ostniedersachsen. In Neu Darchau wurden zuletzt Wasserstände zwischen 84 und 68 Zentimetern gemessen, am Pegel Dömitz 26 bis 11. Damit lagen die Werte jeweils nur knapp über den dort bekannten historischen Tiefstständen.