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Mecklenburg-VorpommernHerbstumfrage: Wirtschaftslage in MV bessert sich

05.11.2026, 16:26 Uhr
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Auch wenn hohe Arbeitskosten und saftige Energiepreise den Unternehmen zusetzen, hat sich die wirtschaftliche Situation in den drei IHK-Bezirken in MV aufgehellt. Zum Jubeln ist aber niemandem zumute.

Rostock/Schwerin/Neubrandenburg (dpa/mv) - Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Rostock (IHK) hat sich spürbar verbessert. Das ergab die IHK-Herbstumfrage, an der sich 279 Unternehmen beteiligten. Gegenüber der Frühsommerumfrage sei der Geschäftsklimaindex um sieben Punkte auf 95 Zähler gestiegen. Der langfristige Index liege bei 109 Punkten.

"Es gibt eine klare Aufhellung, aber auch Luft nach oben", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer IHK zu Rostock, Peter Volkmann. Die Auftragslage sei branchenübergreifend gut, aber die hohen Arbeitskosten und die Energiepreise würden als Risikofaktoren wahrgenommen. Deutschlandweit hätten die Dieselpreise im September dieses Jahres bei 2,39 Euro je Liter gelegen und damit um 50,3 Prozent über dem Wert im September 2025.

Der Logistikunternehmer Dirk Schröder verdeutlichte, was das für seinen Betrieb mit 70 Lkw bedeutet. Im September 2025 habe er rund 177.000 Euro für Diesel ausgegeben und im September dieses Jahres 263.000 Euro. "Diese Steigerung kann man nicht als Frachtrate weitergeben", so Schröder. Wenn die Dieselpreise nicht nachhaltig zurückgingen, sei verstärkt mit Insolvenzen in der Logistikbranche zu rechnen. Ein Problem sei auch der Fahrermangel. In Deutschland fehlten 120.000 Lkw-Fahrer.

Leichter Hoffnungsschimmer

Die Geschäftserwartungen sind laut IHK Rostock weniger düster als im Herbst des Vorjahres. Allerdings stünden die Zeichen noch nicht auf einen nachhaltigen Aufschwung. Mario Rothaupt, Leiter des IHK-Fachbereiches Volkswirtschaft, International, Europa sprach von "einem leichten Hoffnungsschimmer auf einem wirklichen niedrigen Erwartungsniveau".

Die konjunkturelle Aufhellung spiegelt sich im Rostocker IHK-Bezirk in den Einschätzungen der Betriebe zu ihren Auftragsbeständen wider: 71 Prozent der betreffenden Befragten schätzen ihren aktuellen Auftragsbestand als "eher groß" oder "üblich" ein. Im Frühsommer lag dieser Anteil vier Prozentpunkte niedriger. Auch Logistikunternehmen Schröder, der Geschäftsführer der DS Logistik GmbH & Co.KG und Vizepräsident der IHK zu Rostock ist, berichtete für sein Unternehmen von einer guten bis sehr guten Auftragslage.

IHK Schwerin

Die IHK Schwerin stellte die Umfragergebnisse für ihren Bezirk in der Landeshauptstadt vor. Zwar habe sich der Konjunkturklimaindex für Westmecklenburg von 80,1 Punkten im Frühsommer auf aktuell 91,0 Punkte verbessert. Doch von einer positiven Wirtschaftsentwicklung könne bei einem Indexwert unter der Schwelle von 100 nicht gesprochen werden. Der Blick der Unternehmen auf die kommenden Monate falle überwiegend verhalten aus.

"Ob die Talsohle bereits durchschritten ist, bleibt offen", hieß es in Schwerin. Jedes zweite Unternehmen rechnet mit einer unveränderten Geschäftsentwicklung. Zugleich erwartet mehr als ein Drittel eine Verschlechterung. Nur zwölf Prozent blicken optimistisch auf die kommenden Monate.

IHK Neubrandenburg

Die für das östliche Mecklenburg-Vorpommern zuständige IHK Neubrandenburg hatte ihrer Ergebnisse bereits am Montag vorgelegt. Dabei hatte Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch betont: "Die Geschäfte der Unternehmen laufen besser als im Frühsommer, die Erwartungen hellen sich auf." Von einem nachhaltigen Aufschwung könne aber keine Rede sein. Den Unternehmen fehle eine langfristige Perspektive.

Im Vergleich zur vorhergehenden Umfrage im Frühsommer ist der Konjunkturklimaindex laut IHK Neubrandenburg von 84 auf 94 Indexpunkte gestiegen. Der Wert fasse die Lage und Erwartungen der Unternehmen zusammen. Auch der jüngste Wert liegt den Angaben zufolge weit unter dem zehnjährigen Mittel von 107 Indexpunkten.

Quelle: dpa

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