Mecklenburg-VorpommernGrüne und BSW bei Marineschiffbau in TV-Debatte uneins

Wenige Tage vor der Landtagswahl diskutieren vier der Spitzenkandidaten im NDR. Es geht auch um die Bedeutung des Marineschiffbaus und die Zukunft der maritimen Industrie in Mecklenburg-Vorpommern.
Schwerin (dpa/mv) - Mit Blick auf die Industrie in Mecklenburg-Vorpommern gehen die Einschätzungen der Spitzenkandidaten von Linken, CDU, Grünen und BSW in der TV-Runde im NDR zum Teil auseinander. CDU-Landeschef Daniel Peters sagte, der Marineschiffbau halte die wirtschaftliche Entwicklung im Land stabil.
BSW-Kandidat Peter Schabbel betonte: "Kriegswirtschaft stellt keine Wertschöpfung dar." Die Moderatorin fragte darauf: "Aber es sind Arbeitsplätze, oder?" Das Argument zähle nicht, da dies nur kurzfristig der Fall sei, erklärte Schabbel. Dennoch brauche es eine maritime Industrie im Land. "Die Werften, die Aufträge bekommen haben, sollen diese Aufträge natürlich auch weiterführen."
Claudia Müller (Grüne) widersprach ihm deutlich: "Wir brauchen auch den grauen Schiffbau, auch hier in Mecklenburg-Vorpommern, denn das ist Wertschöpfung." Dem eine Absage zu erteilen, heiße, eine der wichtigsten Industrien im Land aufs Abstellgleis zu schieben. "Und das können wir uns schlicht und ergreifend nicht leisten." Der Spezialschiffbau sei die Stärke des Landes – etwa militärisch genutzte Schiffe, Behördenschiffe oder Polizeiboote.
Kompetenz für Konverterplattformen
Angesprochen auf die Windenergie sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke): "Unsere Werftarbeiterinnen und Werftarbeiter haben natürlich auch eine hohe Kompetenz im Bau von Konverterplattformen.". Damit könne man auch für Offshore-Windkraft sorgen. Peters sagte, beim Thema Windkraft plädiere seine Partei für einen "maßvollen Ausbau".
Eine ZDF-Umfrage sah die CDU zuletzt nur noch bei sieben Prozent. Das wäre ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl seit Gründung der Bundesrepublik. Die Linke kam auf 10 Prozent, die Grünen bekamen 5 und das BSW 4 Prozent. Die AfD lag mit 37 Prozent drei Punkte vor der SPD.
Gewählt wird in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September. Einen Tag nach der TV-Runde der Spitzenkandidaten der vier Parteien Linke, CDU, Grüne und BSW treten in einem Duell beim NDR Ministerpräsidentin Manuela Schwesig von der SPD und ihr Herausforderer Leif-Erik Holm von der AfD vor die Kameras.