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HessenZerstörungspotenzial: Viele Hinweise auf Große Drüsenameise

28.09.2026, 04:02 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

Gigantische Kolonien der Tiere können große Schäden verursachen. Was kann man machen?

Darmstadt/Gießen (dpa/lhe) - Binnen wenigen Monaten hat es für die unter Umständen zerstörerische Große Drüsenameise in Hessen über 300 Verdachtsfälle und 45 bestätigte Funde gegeben. Im Februar ging ein Bestimmungsservice beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) online, über den Verdachtsfälle gemeldet werden können.

Warum ist die Drüsenameise gefährlich?

Abgesackte Gehwege, Gefahr für die Bausubstanz und Infrastruktur sowie Schädlingsbekämpfungskosten können die Folge eines Befalls mit der Großen Drüsenameise sein. Mit einer Vielzahl an Königinnen bilde "Tapinoma magnum" unterirdische Superkolonien und bevölkere riesige Flächen. Werde die Große Drüsenameise nicht bekämpft, könne sie in Gebäude eindringen und Schäden an Fassaden sowie der Elektrik verursachen, teilte das HLNUG auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. In Deutschland ist sie invasiv.

"Da die Art ihre weit verzweigten Nester gern in Siedlungsbereichen anlegt, wird ein Befall meist durch Unterhöhlung von Fundamenten, Gehwegplatten und Pflastersteinen bemerkt. An den Nesteingängen kommt es zum Auswurf von Sand und Erde", heißt es beim Umweltbundesamt. Auf der Suche nach Wärme und Nahrung würden Arbeiterinnen auch in Gebäude eindringen. "Es ist fast unmöglich eine bereits etablierte Superkolonie, die mehre Quadratkilometer besiedeln kann, komplett zu tilgen."

Wo kommt die Ameise her?

Sie stammt nach Angaben des HLNUG aus dem Mittelmeerraum und breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus. Der primäre Einschleppungsweg ist der Pflanzenhandel. Durch den Verkauf südländischer Topfpflanzen sei sie nach Deutschland gekommen. "Es ist mit einer weiteren Verbreitung der Art in Hessen zu rechnen." In Deutschland kommt sie dem Bundesumweltamt zufolge seit 2009 vor.

Stellt die Drüsenameise auch eine Gefahr für die Umwelt dar?

Ja. "Dort, wo sich Kolonien der Großen Drüsenameise befinden, findet man in der Regel keine anderen Ameisenarten", heißt es beim Bundesumweltamt. Diese würden zum einen mit den kräftigen Mundwerkzeugen, zum anderen durch das Verspritzen eines für andere Ameisen giftigen Sekrets getötet.

Erwachsene Tiere würden sich überwiegend von Honigtau, einer zuckerhaltigen Absonderung von Blattläusen, ernähren. Die Brut würde zudem mit kleinen Insekten versorgt. "Blattlauskolonien werden beschützt und so können auch Nützlinge wie beispielsweise Marienkäfer, die sich von Blattläusen ernähren, angegriffen und vertrieben oder getötet werden."

Wie sehen Große Drüsenameisen aus?

"Die Ameisen sind komplett glänzend schwarz gefärbt, ohne braun gefärbte Körperteile", heißt es beim Bundesumweltamt. Arbeiterinnen würden etwa zwei bis fünf Millimeter groß. Typisch sei, dass Arbeiterinnen in verschiedenen Größen nebeneinander auftreten. Im Gegensatz zu einer häufig auftretenden heimischen Ameisenart, der Schwarzen Wegameise, sei die Große Drüsenameise auch bei niedrigen Temperaturen bis etwa drei Grad Celsius aktiv.

Wie kann man die Ameise und einen Befall erkennen?

Darmstadt hat kürzlich einen Befall im Stadtteil Eberstadt entdeckt und will nun gegen diesen vorgehen. Als Merkmale der Tiere gibt die Stadt an:

  • Intensiver, chemischer und acetonähnlicher Geruch beim Zerdrücken oder Reizen

  • Sand- oder Erdauswürfe an Nesteingängen

  • Aggressives, schnelles Ausströmen der Arbeiterinnen bei Störung

  • Breite, mehrspurige Ameisenstraßen

Falls sich auf Privatgrundstücken solche Ameisen befinden, sollte man sich zur Überprüfung an den Bestimmungsservice des HLNUG wenden. Bei einer öffentlichen Fläche solle man sich an die Stadt wenden. Gemeinsam könne man entgegenwirken, dass sich die Art noch weiter ausbreite.

Wie kann einen Befall bekämpfen?

Einige Richtlinien zeigt das Umweltbundesamt aus den Erfahrungen der Bekämpfung eines solchen Ameisenbefalls auf:

  • Verdachtsfälle oder bestätigten Vorkommen sollten unverzüglich gemeldet und dann schnell gehandelt werden

  • Alle beteiligten Stellen sollten eng zusammenarbeiten

  • Die Größe der Kolonie sollte festgestellt werden

  • Bei der Bekämpfung können chemische Mittel eingesetzt, aber auch auf thermische Verfahren mit heißem Wasser oder heißem Schaum angewandt werden. Oftmals sei aber nur eine Zurückdrängung möglich

  • Der Einsatz von Insektiziden sollte nur von Fachpersonal gemacht werden

Quelle: dpa

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