HessenTiere zählen für den Naturschutz: So kann jeder mitmachen

Ob Kranich, Haselmaus oder Feuersalamander: Wer Tiere beobachtet und seine Sichtungen meldet, kann wichtige Daten für den Naturschutz in Hessen liefern.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Wer sich für den Naturschutz engagieren möchte, kann mit einer Tierbeobachtung beginnen. In Hessen gibt es mehrere Aktionen von Naturschutzbund und Behörden, bei denen Interessierte mitmachen können.
In den kommenden Wochen ziehen Tausende Kraniche über Hessen. Nach Angaben des Nabu Hessen machen die Vögel auf dem Weg von der Ostsee zu ihren Winterquartieren im Südwesten Europas auch in dem Bundesland Rast. Der Naturschutzbund ruft dazu auf, Sichtungen von Kranichschwärmen online zu melden. Die Daten sollen helfen, einen Überblick über den Zug der Vögel zu gewinnen und mögliche Veränderungen der Routen zu erkennen.
Aber nicht nur Kraniche machen sich auf den Weg: Der Wiedehopf, ein seltener Brutvogel in Hessen, überwintert in Afrika. Laut Nabu gehört er zu den gefährdeten Vogelarten. Nach Zählungen gebe es rund 30 Brutpaare, die besonders in den südlichen Landkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau nisten. Auf seinem Weg Richtung Süden kann der Wiedehopf auch andernorts in Hessen beobachtet werden.
Wer Vögel im Winter beobachten und gleichzeitig Daten für den Naturschutz sammeln möchte, kann bei der "Stunde der Wintervögel" mitmachen. Die nächste Zählaktion des Nabu soll im kommenden Jahr vom 8. bis 10. Januar stattfinden. Im Mittelpunkt stehen weit verbreitete Arten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.
Mitmachaktionen helfen beim Überblick über die Verbreitung
Seit September dieses Jahres können sich Schulklassen und Familien auf "Nussjagd" begeben: Der Nabu sammelt Hinweise, wo die gefährdete Haselmaus in Hessen noch zu Hause ist. Die kleine Maus sei scheu, vor allem nachts im Gestrüpp unterwegs und deswegen nur schwer zu beobachten. Bis Januar haben Teilnehmer noch Zeit, nach angeknabberten Haselnüssen zu suchen.
Ob Fischotter, Igel, Wildkatze und Luchs oder invasive Arten wie der Waschbär: Wer diese Tiere beobachtet, kann sie dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) melden.
Auch Meldungen zu Insekten, Amphibien und Reptilien sind für die Naturschützer wichtig. Die Gottesanbeterin etwa gehört laut HLNUG zu den Insektenarten, deren Verbreitungsgebiet sich durch den Klimawandel nach Norden ausdehnt. Beobachtungen könnten helfen, diese Entwicklung genauer zu verfolgen.
Dagegen sei beim heimischen Feuersalamander, der durch seine schwarz-gelbe Färbung auffällt, noch unklar, wie er auf den Wandel reagieren werde. Hinzu komme ein Hautpilz, der die Salamander befällt und für die Tiere tödlich sein kann. Nach Angaben des HLNUG können Naturbeobachter mit ihren Beiträgen helfen, die Ausbreitung dieses Pilzes zu dokumentieren.