Hamburg & Schleswig-HolsteinNordkirche gibt Koppelsberg langfristig auf

Mehr als 5,6 Millionen Euro müssten investiert werden, doch die Nordkirche zieht Konsequenzen: Was jetzt mit dem Koppelsberg passiert und wie es für die Diakonie und Jugendliche weitergeht.
Kiel/Plön (dpa/lno) - Die Nordkirche will langfristig ihre kirchliche Jugendbildungsstätte Koppelsberg bei Plön aufgeben. "Der Koppelsberg ist für viele Menschen mehr als eine Liegenschaft", sagte Bischöfin Nora Steen. Dort seien Glauben, Bildung, Musik, Jugendarbeit und persönliches Engagement über lange Zeit miteinander verbunden. "Zugleich müssen wir die Verantwortung übernehmen, kirchliche Arbeit auch unter veränderten finanziellen und baulichen Bedingungen zukunftsfähig zu gestalten." Deshalb hat die Kirchenleiter eine entsprechende Entscheidung zum Standort getroffen.
Die Nordkirche begründete ihre Entscheidung mit einem erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. "Eine vorliegende Analyse geht von mindestens 5,6 Millionen Euro an notwendigen Investitionen aus; bei gleichbleibenden Mieterträgen ergäbe sich ein jährliches Defizit von rund 715.000 Euro." Es folge aber keine kurzfristige Betriebseinstellung.
Neue Standorte
Die Bildungsstätte bietet nach Angaben der Nordkirche Platz für bis zu 250 Übernachtungsgäste. Für die Posaunenarbeit will die Nordkirche eine Zukunftskonzeption hinsichtlich zukünftiger Standorte erarbeiten, für das Jugendaufbauwerk alternative Standorte im Kreis Plön sondieren.
Weitere Orte für Arbeitsfelder wie die Junge Nordkirche und die Ökologischen Freiwilligendienste sollen geprüft werden. Der Mietvertrag mit der Diakonie Nord Nord Ost läuft mindestens bis zum 31. März 2029 und verlängert sich nach den vertraglichen Bedingungen. Private Mietverhältnisse sollen unverändert bestehen bleiben. Mögliche spätere Auswirkungen will die Kirche mit den Betroffenen persönlich und rechtzeitig besprechen.