BayernBayern reformiert Lehrerausbildung - mehr Praxis an Schulen

Mehr Praxis, mehr Qualität: Der Masterplan für Bayerns Lehrkräfte setzt auf Unterrichtserfahrung, Resilienz und engere Verzahnung von Studium und Beruf.
München (dpa/lby) - Die Lehrkräfte-Ausbildung in Bayern soll deutlich praxisbezogener werden. Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildung würden enger verzahnt und stärker an den Anforderungen des Lehrerberufs ausgerichtet, heißt es in dem Masterplan Lehrkräftebildung von Kultus- und Wissenschaftsministerium. Stärker in den Fokus rücken sollen auch Themen wie die psychische Lehrergesundheit oder der Umgang mit heterogenen Klassen. Einiges soll bereits jetzt umgesetzt werden. Die voll reformierten Studiengänge sollen zum Wintersemester 2029/2030 starten.
Praxisjahr als Herzstück
Herzstück soll ein neues, intensives Praxisjahr sein. Über ein komplettes Schuljahr hinweg würden die Studierenden authentische Erfahrungen an den Schulen sammeln, sagte Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU). Die Vorteile: "Mehr Unterrichtsversuche, engere pädagogisch-fachdidaktische Begleitung, mehr Reflexion", wie der Minister erläuterte. Zudem soll es ein zusätzliches Praxis- und Prüfungssemester geben. Damit wolle man der Realität Rechnung tragen, dass die Regelstudienzeit in den meisten Fällen ohnehin überschritten werden.
Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) erläuterte die Idee dahinter: "Mehr Praxis heißt nicht einfach: früher vor die Klasse. Es heißt: selbst unterrichten, Rückmeldung bekommen, reflektieren – und mit jedem Mal sicherer werden". Schließlich sollten Lehrkräfte nicht nur Wissen vermitteln. "Sie wecken Neugier, entdecken Talente und geben Orientierung."
Zehn Handlungsfelder
Der Plan basiert auf den Säulen Praxisorientierung, Qualitätsentwicklung und Willkommenskultur und enthält zehn Handlungsfelder. Ein Punkt ist dabei auch die Stärkung der Resilienz, damit Lehrkräfte später besser mit den Anforderungen ihres Berufs klarkommen. Bei den Prüfungen soll zudem die tatsächliche Unterrichtspraxis stärker berücksichtigt werden. Das Wissenschafts- und das Kultusministerium rechnen mit einem Bedarf von jeweils etwas mehr als 50 Stellen, um den Masterplan umzusetzen.