Baden-WürttembergTierschutz-Verstoß auf Pferdemarkt: Amt leitet Verfahren ein

Auf Videos ist unter anderem zu sehen, wie einem Pony auf dem Bietigheimer Pferdemarkt auf die Nüstern geschlagen wird. Peta stellt daraufhin eine Anzeige. Was steckt hinter den Vorwürfen?
Bietigheim-Bissingen (dpa/lsw) - Weil zwei Tierhalter auf dem Bietigheimer Pferdemarkt gegen das Tierschutzrecht verstoßen haben sollen, müssen sie nun mit Konsequenzen rechnen. In beiden Fällen leitete das Landratsamt Ludwigsburg ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, wie das Amt mitteilte. Den Angaben zufolge müssen die Männer voraussichtlich ein Bußgeld zahlen. Zuvor hatte die Tierrechtsorganisation Peta Anzeige beim Veterinäramt erstattet. Zuvor hatte die "Ludwigsburger Kreiszeitung" und später der SWR berichtet.
Ponys auf die Nüstern geschlagen
"Tierschutzwidriges Verhalten hat auf dem Pferdemarkt keinen Platz", sagte Landrat Dietmar Allgaier. In den zwei voneinander unabhängigen Fällen seien Videoaufnahmen überprüft worden, auf denen dem Amt zufolge jeweils zu erkennen sei, wie die Halter Ponys mit der Hand auf die Nüstern schlagen. "In beiden Fällen hätte anders reagiert werden müssen. Diese Verhaltensweisen werden von uns nicht toleriert", sagte Ulrich Koepsel, Leiter des Veterinäramts.
Die überwiegende Zahl der dokumentierten Situationen stellt dem Amt zufolge jedoch keinen Verstoß gegen das Tierschutzrecht dar. Während Peta fordert, dass Pferde bei kommenden Veranstaltungen gar nicht mehr dabei sein sollten, verweist das Landratsamt auf die Verantwortung der Tierhalter. Letztere könne weder der Veranstalter noch das Veterinäramt ersetzen, sagte Koepsel. Zudem sei während der gesamten Veranstaltung ein Tierarzt vor Ort gewesen. Auswirkungen auf die Durchführung des Pferdemarkts im kommenden Jahr sehe das Veterinäramt nicht.
Tierhalter laut Stadt nicht mehr willkommen
Die Stadt Bietigheim habe erst über soziale Medien von den Vorwürfen erfahren, sagte Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadt. Auch sie weist die Forderungen von Peta zurück. "Wir sehen hier zwei Einzelfälle, die nicht die gesamte Veranstaltung kompromittieren." Die "große Masse" der Beteiligten der Veranstaltung sei um das Wohl der Tiere bemüht. "Die bisherigen Konzepte reichen aus", sagte Hochmuth.
Die zwei Tierhalter hätten in dem Moment falsch reagiert, sagte die Sprecherin weiter. Man habe ihnen mitgeteilt, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung gewesen sei und sie auf dem Pferdemarkt nicht mehr willkommen seien. Man wolle jedoch nicht die gesamte Veranstaltung infrage stellen.