Höher als Inflation Hier gibt es jetzt die besten Festgeldzinsen

Zum ersten Mal seit fast drei Jahren ist die Teuerungsrate in Deutschland auf mehr als drei Prozent gestiegen. Sicherheitsbewusste Sparer stellt das vor neue Herausforderungen. Doch es gibt auch entsprechende Angebote.
Wer mit festverzinslichen Geldanlagen einen Gewinn erzielen will, muss derzeit ganz besonders genau hinsehen. Denn wenn der Anlagezins niedriger ist als die Inflationsrate, nimmt die Kaufkraft der Ersparnisse ab, obwohl der Kontostand sich auf dem Papier erhöht.
Kunden, die Anlagen am Kapitalmarkt scheuen und auf festverzinsliche Geldanlagen setzen, sollten daher ein Angebot wählen, bei dem der Zinssatz wenigstens zum Zeitpunkt der Geldanlage höher ist als die Inflationsrate. Angesichts der jüngsten Teuerungsschübe ist das keine ganz einfache Aufgabe, zumal die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen nicht in Echtzeit an die jeweiligen Preisentwicklungen anpassen will oder kann.
ntv hat die FMH-Finanzberatung daher beauftragt, für die Laufzeiten von ein, zwei und drei Jahren nach Festgeldanlagen zu suchen, mit denen sich auch im momentanen Umfeld eine positive Realverzinsung erzielen lässt.
Wie die Tabellen zeigen, gibt es noch einige Banken, die dieses Kriterium erfüllen. Allerdings ist nicht jedes Produkt für jeden Sparer gleichermaßen geeignet. Deshalb haben die Frankfurter Experten die Angebote in zwei Kategorien verteilt:
Gruppe eins besteht aus Festgeldkonten mit gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank.
Die zweite Gruppe umfasst die Produkte mit erweiterter deutscher Einlagensicherung. Diese reicht – je nach Bank - bis zu drei Millionen Euro pro Kunde und Bank.
Eine sehr persönliche Entscheidung
Ein Blick auf die Recherche-Ergebnisse macht schnell klar: Ausländische Banken, die "nur" die gesetzliche Einlagensicherung anbieten, haben meist bessere Zinsen als deutsche Banken mit ihren höheren Sicherheiten. Wem Anleger angesichts dieses Befundes ihr Geld anvertrauen, ist eine sehr persönliche Entscheidung.
Liegt die Anlagesumme unterhalb von 100.000 Euro stellt sich im Wesentlichen die Frage, ob der Sparer daran glaubt, dass die jeweiligen Anlageländer in der EU bei einer Bankenpleite auch in den kommenden drei Jahren noch zusammensteht und betroffene Sparer von den jeweiligen Ländern entschädigt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass das der Fall wäre, ist extrem groß.
Wer mehr Geld zur Verfügung hat und größtmögliche Sicherheit wünscht, sollte hingegen eher auf eine Bank mit deutscher Einlagensicherung setzen – oder sein Geld auf unterschiedliche Banken verteilen.
Ein solches Vorgehen kann auch deshalb empfehlenswert sein, weil Sparer während der Festlegungszeit nicht auf ihr Geld zugreifen können. Verschiedene Festgeldlaufzeiten schaffen gerade bei großen Anlagebeträgen eine gewisse Flexibilität – und es gibt eine recht ansehnliche Auswahl guter und sehr guter Produkte.
Die besten Festgeldangebote im Oktober 2026
Immerhin 33 Festgeldangebote sehen derzeit einen Zinssatz von 3,30 Prozent (aktuelle Inflationsrate) oder mehr vor. Um die Gesamtsieger zu ermitteln, ermittelte die FMH für die beiden unterschiedlichen Einlagesicherungs-Varianten jeweils einen Mittelwert der Zinsen für alle drei Anlagezeiten.
Auf diese Weise erhalten Kunden, die aktuell eine Anlageentscheidung treffen wollen, eine gute Orientierung. Dennoch können die Zinsen fürs Festgeld jederzeit noch etwas steigen oder auch sinken – je nachdem, wie intensiv und kurzfristig die EZB auf die künftigen Preisentwicklungen reagiert.
Wer individuell den für sich besten Festgeldzins sucht, findet diesen hier.