Einhell, Bosch, Makita, KärcherAkku-Laubbläser im Test - einer pustet sogar Steine weg
Von Nikolai Henn
Herbstlaub kann lästig sein - vor allem dann, wenn es feucht am Boden klebt. Vier Akku-Laubbläser müssen im ntv Produkt-Check zeigen, was in ihnen steckt - der Testsieger hat richtig Power.
Akku-Laubbläser pusten Laub von Rasen, Wegen und Beeten, ohne dass man zu Rechen oder Besen greifen muss. Hier wird weder Kabel noch Benzin benötigt, die Blaskraft lässt sich meist über eine Taste oder einen Hebel am Griff einstellen. Ordentlich Power brauchen wir vor allem bei großen Laubbergen, erst recht bei nassem Laub - und genau da liegen im Test Welten zwischen den einzelnen Modellen.
Akku-Laubbläser im Test - das Fazit
Der Testsieger Einhell Professional GP-LB 36/270 Li E BL* wird auch mit nassem Laub und großen Blätterhaufen problemlos fertig. Im Turbo-Modus liefert er die stärkste Leistung im Test und ist dabei gleichzeitig so leise wie kein anderes Modell. Bedienen lässt er sich einfach per Daumen, der gummierte Griff und die Klettschlaufe am Unterarm sorgen für einen guten Halt.
So läuft der Akku-Laubbläser-Test ab
Funktion und Leistung: Krafttest mit nassem Laub auf Wiese und Schotterweg, bergab und leicht bergauf, plus Vergleich mit drei Steinen von 510 bis 1.130 Gramm
Benutzerfreundlichkeit und Pflege: Griffgefühl, Gewichtsverteilung, Bedienung der Leistungsregelung, Akkuanzeige, Montage des Blasrohrs und Verstauen
Ausstattung und Features: Leistungsstufen, Turbo-Funktion, LED-Anzeigen, Akkusystem
Preis: Wie viel Leistung bekommt man für sein Geld?
Diese Akku-Laubbläser von Einhell, Bosch und Co. testen wir
Testsieger: Einhell Professional GP-LB 36/270 Li E BL Laubbläser, circa 230 Euro*
Bosch AdvancedLeafBlower 36V-750 Laubbläser, circa 200 Euro*
*Die Verkaufspreise können sich jederzeit ändern, Händler passen ihre Preise oft unabhängig von der unverbindlichen Empfehlung des Herstellers an.
Einhell Professional ist der beste Laubbläser im Test
Kurz und knapp: Der Einhell ist der Kraftprotz im Test, arbeitet sehr leise und lässt sich angenehm bedienen. Kleine Abzüge gibt es für die ungenaue Akkuanzeige und den etwas höheren Platzbedarf beim Verstauen.
Beim Krafttest zeigt der Einhell, was er kann: Im Turbo-Modus bläst er nasses Laub mit Volldampf weg, selbst Steine räumt er aus dem Weg. Dabei wirbelt er den kleinen Stein mit 510 Gramm zeitweise den Weg hinauf, auch das größte Exemplar mit 1.130 Gramm schiebt er deutlich nach vorne. Bemerkenswert: Trotz der hohen Leistung ist er der leiseste Laubbläser im Test.
Auch in Sachen Bedienung macht der Einhell einen starken Eindruck. Der Griff ist oben und unten komplett gummiert und liegt sicher in der Hand. Weil das Blasrohr gerade nach unten verläuft, lässt sich der Unterarm gut als Stütze nutzen. Zusätzlich gibt es eine Halterung mit Klettverschluss, die man um den Unterarm legt - das macht das Arbeiten sehr angenehm.
Die Blasstärke lässt sich mit dem Daumen fein regeln, ohne dass man dauerhaft eine Taste gedrückt halten muss. Für maximale Leistung gibt es eine separate Turbo-Taste, fünf Leuchten zeigen an, welche Stufe eingestellt ist. Praktisch ist außerdem, dass sich der Winkel des Blaskopfes per Knopfdruck verändern lässt.
Weniger gelungen erscheint uns jedoch die Akkuanzeige: Erst nach einem Knopfdruck zeigen drei kleine Leuchten den Ladestand des jeweiligen Akkus an. Besonders genau ist das nicht, und bei hellem Licht sind die Anzeigen nur schwer zu erkennen. Beim Verstauen benötigt der Einhell* deutlich mehr Platz als die anderen Geräte - weil entsprechende Geräte den größten Teil des Jahres in Garage oder Keller stehen, ein durchaus relevanter Punkt.
Gewicht: 3,58 Kilogramm inklusive Akkus
Luftgeschwindigkeit: bis 270 Kilometer pro Stunde
Luftvolumen: bis 1.100 Kubikmeter pro Stunde
Leistung: 36 Volt mit zwei 18-Volt-Akkus
Geräuschpegel: 100 Dezibel Schallleistungspegel laut Hersteller, 91,7 Dezibel im Test oberhalb des Griffes
Akkulaufzeit: bis zu 52 Minuten bei niedriger, 12 Minuten bei hoher Drehzahl (mit zwei 4,0-Amperestunden-Akkus, laut Hersteller)
Lieferumfang: Blasaufsatz und Unterarmgurt, Akkus und Ladegerät sind bei der Solo-Version nicht enthalten
Bosch AdvancedLeafBlower 36V-750 Laubbläser - stark, aber laut
Kurz und knapp: Viel Kraft, einfache Bedienung und wenig Platzbedarf sprechen für den Bosch. Im Test ist er allerdings gemeinsam mit dem Modell von Makita am lautesten.
Der Bosch-Laubbläser hat auch mit größeren Blätterhaufen kein Problem und bewegt das Laub mühelos. Den kleinen Stein schiebt er weitestgehend mühelos den Berg hinauf, beim mittleren tut er sich schwerer, den großen bewegt er ein Stück, aber nicht so zuverlässig und weit wie der Einhell. Insgesamt reicht das für einen guten zweiten Platz beim Krafttest.
Beim Griff ist nur die Unterseite gummiert, die Oberseite besteht wie beim Kärcher aus Kunststoff. Die Blaskraft stellt man über ein kleines Rad ein, das man mit dem Daumen dreht. Mit dem Zeigefinger startet man den Laubbläser. Die Akkuanzeige zeigt ein Batteriesymbol mit drei Balken, ist aber weniger übersichtlich als beim Kärcher.
Verstauen ist beim Bosch* hingegen kein Problem: Das Blasrohr lässt sich leicht abziehen, der Karton bleibt entsprechend klein. Nur der Kärcher braucht am Ende noch etwas weniger Platz.
Gewicht: 3,5 Kilogramm inklusive 2,0-Amperestunden-Akku
Luftgeschwindigkeit: bis 200 Kilometer pro Stunde
Luftvolumen: bis 780 Kubikmeter pro Stunde
Leistung: 36-Volt-Akkusystem
Geräuschpegel: 84 Dezibel Schalldruckpegel laut Hersteller, 100,3 Dezibel im Test oberhalb des Griffes
Akkulaufzeit: bis zu 35 Minuten mit 2,0-Amperestunden-Akku (laut Hersteller)
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Blasrohr-Endstück
Makita DUB184RF Laubbläser - starker Griff, viel Zubehör
Kurz und knapp: Viel Grip, einfache Bedienung und ordentlich Kraft sprechen für den Makita. Weniger praktisch sind die schlecht sichtbare Akkuanzeige und das verschraubte Blasrohr.
Der Makita hat ordentlich Power und pustet auch größere Mengen Laub weg. Bei der Stein-Challenge landet er auf Platz drei, weil er den größten Stein kaum in Bewegung setzt - den kleinen und mittleren schafft er, tut sich aber etwas schwerer als die Konkurrenz.
Beim Griff überzeugt der Makita am meisten: Ober- und Unterseite sind gummiert und bieten starken Grip. Extrem praktisch: Ein Hebel, den man mit dem Daumen nach oben schiebt, dient gleichzeitig als Feststeller. So lässt sich die Intensität dosieren, ohne dass dauerhaft eine Taste gedrückt werden muss.
Etwas unpraktisch ist die Lage der Akkuanzeige, die an der Unterseite des Laubbläsers angebracht ist. Wer den Ladestand prüfen will, muss das Gerät also erst umdrehen und hat ihn nicht ständig im Blick.
Auch beim Verstauen wird es etwas umständlicher: Das Blasrohr des Makita* ist verschraubt und sitzt dadurch zwar fest, zum Einpacken muss man aber mit Hilfsmitteln die entsprechenden Schrauben lösen. Dazu kommen drei weitere Aufsätze, die im zweitgrößten Karton im Test auch noch verstaut werden wollen. Die verschiedenen Aufsätze bündeln oder verteilen den Luftstrom unterschiedlich, etwa für größere Flächen oder zum gezielten Wegblasen von Laub und Schmutz.
Gewicht: 2,5 bis 3,0 Kilogramm inklusive Akku
Luftgeschwindigkeit: bis 52,1 Meter pro Sekunde beziehungsweise rund 188 Kilometer pro Stunde
Luftvolumen: bis 780 Kubikmeter pro Stunde
Leistung: 18-Volt-Akkusystem
Geräuschpegel: 90,6 Dezibel Schalldruckpegel laut Hersteller, 100,5 Dezibel im Test oberhalb des Griffes
Akkulaufzeit: bis zu 12 Minuten mit 6,0-Amperestunden-Akku (laut Hersteller, ohne Angabe zur Leistungsstufe)
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, rundes Blasrohr-Endstück, gebogene Flachdüse, Rohradapter, Schultergurt und Sechskantstiftschlüssel
Kärcher LBL 4 Battery Set Laubbläser - kompakt, wenig Power
Kurz und knapp: Wer nur kleine Mengen loses Laub bewegen will und eine gut ablesbare Akkuanzeige schätzt, kann zum Kärcher greifen. Für nasses Laub und größere Haufen fehlt diesem Gerät jedoch die Kraft.
Beim Krafttest enttäuscht der Kärcher und landet mit deutlichem Abstand auf dem letzten Platz: Selbst den kleinsten Stein mit 510 Gramm bewegt er nicht. Auch mit größeren Laubhaufen kommt er nicht zurecht. Ein Blick auf die technischen Daten liefert dafür zumindest eine mögliche Erklärung: Die Luftgeschwindigkeit ist mit bis zu 250 Kilometern pro Stunde zwar hoch, das Luftvolumen ist mit 330 Kubikmetern pro Stunde aber deutlich geringer als bei den anderen Geräten - Bosch und Makita kommen jeweils auf 780, der Einhell sogar auf 1.100 Kubikmeter pro Stunde.
Der Kärcher bietet zwei Intensitätstufen, die sich über einen Schieberegler einstellen lassen. Der Griff ist weder an der Ober- noch an der Unterseite gummiert und bietet den wenigsten Grip im Test. Positiv: Vier Balken zeigen den Akku-Ladestand genau an. Im Test sehen wir zum Beispiel 82 Prozent - damit hat man immer einen guten Überblick.
Beim Verstauen belegt der Kärcher* Platz eins. Die Blasrohre lassen sich mit einem Griff abziehen, der komplette Lieferumfang passt in einen sehr kleinen Karton.
Gewicht: 3,0 Kilogramm inklusive Akku
Luftgeschwindigkeit: bis 250 Kilometer pro Stunde
Luftvolumen: bis 330 Kubikmeter pro Stunde
Leistung: 36-Volt-Akkusystem
Geräuschpegel: 82 Dezibel Schalldruckpegel, 96 Dezibel Schallleistungspegel laut Hersteller, 93,2 Dezibel im Test oberhalb des Griffes
Akkulaufzeit: bis zu 15 Minuten mit 2,5-Amperestunden-Akku (laut Hersteller)
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Blasrohr-Endstück
Wann und wo darf man Laubbläser nutzen?
In Wohngebieten und anderen besonders lärmsensiblen Bereichen, etwa rund um Krankenhäuser, gelten feste Ruhezeiten, hier dürfen Laubbläser an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich gar nicht betrieben werden. Werktags, also auch samstags, ist die Nutzung in der Regel nur zwischen 9 und 13 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr erlaubt. Gemeinden und Bundesländer können zusätzlich strengere Lärmschutzregeln festlegen - im Zweifel lohnt sich ein Blick in die örtlichen Vorschriften.
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