Weitere Tote durch Jet-DrohneUnbekannter erschießt fünf ukrainische Soldaten in Wohnhaus in Charkiw

Russland attackiert ukrainische Zivilisten im ganzen Land. Im Westen sterben mehrere Menschen durch einen von einer Drohne ausgelösten Brand. In Charkiw werden zudem Soldaten in einem Wohnhaus erschossen.
Fünf ukrainische Soldaten sind nach Behördenangaben hinter der Front bei Charkiw erschossen worden. Als mutmaßlicher Täter wurde ein russischer Soldat festgenommen, wie der ukrainische Innenminister Iwan Wyhiwskyj in Kiew mitteilte. Die Staatsanwaltschaft von Charkiw ging dem Verdacht nach, dass der Mann zu einem Aufklärungs- und Sabotagetrupp der russischen Armee gehört habe. Zur Tarnung habe er Zivilkleidung angelegt.
Die Tat ereignete sich demnach am Dienstag in einem Wohnhaus des frontnahen Ortes Momotowe im Landkreis Charkiw. Der Täter habe das Feuer auf die Soldaten der 72. Brigade eröffnet; sie seien ihren Verletzungen erlegen. Der Mann werde auch verdächtigt, vorher bei dem Ort Zyrkuny einen Angler getötet zu haben. Er habe befürchtet, enttarnt zu werden. Die russische Armee setzt bei ihrer Offensive in der Ostukraine darauf, dass kleine Stoßtrupps durch Lücken in der ukrainischen Verteidigung vordringen und sich dort festsetzen.
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die westukrainische Stadt Luzk sind zudem nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Zwölf weitere Menschen seien am Mittwoch verletzt worden, teilte das Innenministerium mit. Luzk liegt knapp 100 Kilometer von der ukrainisch-polnischen Grenze entfernt. Angriffe in dem Gebiet im Westen der Ukraine sind selten.
Laut dem Ministerium und örtlichen Behörden wurden die sechs Menschen im Warenlager eines Unternehmens getötet. Demnach lösten herabfallende Trümmer einer düsengetriebenen Drohne einen Brand in dem Gebäude aus.
In der Nacht zum Mittwoch waren bereits in der Hauptstadt Kiew mindestens fünf Menschen durch russische Luftangriffe getötet worden. Die ukrainische Armee meldete zudem zwei Tote durch russische Angriffe in der Region Dnipropetrowsk. Ein weiterer Mensch wurde in der südöstlichen Region Saporischschja getötet. Russische Behörden meldeten ihrerseits zahlreiche ukrainische Angriffe.
