Ablösung oder Aufrüstung?USA verlegen Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" in den Nahen Osten

Die USA beordern eine dritte Kampfgruppe um einen Flugzeugträger in den Nahen Osten. Noch ist unklar, ob die Truppenstärke so erhöht wird oder ob es sich um eine Rotation handelt. Zuletzt hatte Washington ein Angebot des Iran abgelehnt und mit neuen Angriffen gedroht.
Das Pentagon verlegt US-Regierungsvertretern zufolge eine dritte Flugzeugträger-Kampfgruppe sowie zusätzliche Schiffe des Marine Corps in den Nahen Osten. Damit werden 9000 bis 10.000 weitere Soldaten in die Region entsandt. Die Schiffe, Kampfflugzeuge, Marineinfanteristen und Matrosen werden laut den Vertretern bis Ende November in der Region eintreffen.
Zwei Flugzeugträger - die "USS George H.W. Bush" und die "USS George Washington" - sind bereits im Nahen Osten. Sollte die Washington nach dem Eintreffen der "USS Theodore Roosevelt" dort bleiben, würden sich erstmals seit April wieder drei Flugzeugträger in der Region befinden. Damals hatten der Iran und die USA eine fragile Waffenruhe vereinbart, die die am 28. Februar begonnenen Kämpfe vorübergehend beendete. Dieser Waffenstillstand hatte jedoch keinen Bestand; beide Seiten liefern sich seither sporadische Gefechte.
Neben den beiden Flugzeugträger-Gruppen sind auch Schiffe der amphibischen Angriffsgruppe "USS Boxer" im Nahen Osten stationiert. Das zusätzliche Militärpersonal auf den in dieser Woche entsandten Kriegsschiffen werde das Kontingent von bereits mehr als 50.000 Einsatzkräften in der Region weiter erhöhen, sagte einer der Vertreter.
Es ist denkbar, dass die "USS George Washington" die Region verlässt und zu ihrem Heimathafen in Japan zurückkehrt. In diesem Fall würde die Streitmacht wieder auf zwei Flugzeugträger reduziert. Sprecher des Weißen Hauses und des Pentagons äußerten sich bislang nicht.
Die Verlegungen erfolgen nur wenige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump Irans jüngsten Vorschlag für eine siebentägige Waffenruhe zurückgewiesen hatte. In einem Interview mit dem "Time Magazine" sagte er, dass er die Angriffe auf den Iran nach den Zwischenwahlen wieder aufnehmen könnte, sofern kein Abkommen zustande komme. Sollte ein dritter Flugzeugträger in der Region verbleiben, böte dies mehr Optionen und militärische Durchschlagskraft, falls sich Trump für einen Angriff entscheidet.
Der von Trump abgelehnte Vorschlag hätte zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus geführt. Durch diese zentrale Seestraße fließt üblicherweise rund ein Fünftel des weltweiten Erdöls. Zudem sah er die Wiederaufnahme von Gesprächen über die nuklearen Ambitionen des Irans vor - im Gegenzug für die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen.
In den vergangenen Wochen verlängerte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Einsätze weiterer Truppenteile, die für größere Kampfhandlungen entscheidend sind. Dazu zählen Luftabwehreinheiten zur Abwehr iranischer Raketen und Drohnen sowie die 82. Luftlandedivision der Armee. Die 82. Luftlandedivision kann ein breites Spektrum an Aufgaben übernehmen.