Politik

Bekommt Polen weitere US-Basis?Tusk rechnet mit baldigen russischen Angriffen auf Nato-Staaten

17.09.2026, 23:58 Uhr
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Es könnte zu scheinbar versehentlichen Angriffen auf Länder kommen, die die Ukraine unterstützen, sagte Polens Ministerpräsident Tusk. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Nach mehreren russischen Angriffen in der Nähe der polnisch-ukrainischen Grenze warnt Polens Premier Tusk vor einem "realen Risiko" von Attacken auch auf NATO-Staaten. Gleichzeitig stellt US-Präsident Trump Warschau einen weiteren US-Stützpunkt in Aussicht.

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk rechnet für die kommenden Wochen mit stärkeren russischen Angriffen auf die Ukraine wie auf ihre Unterstützer. Nach Einschätzung von Geheimdiensten könnte es zu scheinbar versehentlichen Attacken mit Drohnen und Raketen auf die Länder kommen, die der Ukraine Beistand leisten - darunter Polen. Das sagte Tusk im polnischen Parlament in Warschau, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete. Es bestehe ein "reales Risiko", dass Drohnen auf das Gebiet eines oder mehrerer Nato-Staaten an der Ostflanke des Verteidigungsbündnisses stürzten, sagte Tusk.

Allen Quellen zufolge sei für Spätherbst und Winter "der kritischste Moment im bisherigen russisch-ukrainischen Krieg" zu erwarten, sagte Tusk. Am Vormittag hatten russische Drohnen in der Nähe des ukrainischen Grenzübergangs Jahodyn nach Polen angegriffen. Dies löste Luftalarm auch auf polnischer Seite aus; Kampfjets stiegen auf.

Bereits am Sonntag war es in der Nähe des polnisch-ukrainischen Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn zu mehreren russischen Drohnenangriffen auf dem Gebiet der Ukraine gekommen. Außerdem wurde dort ein Passagierzug von Kiew nach Warschau angegriffen.

Für Freitag kündigte Tusk einen Besuch in der Ukraine an, um mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zu sprechen. Dabei solle es vor allem um die von russischen Angriffen bedrohte Energieversorgung der Ukraine gehen. Auch der slowakische Ministerpräsident Robert Fico wird nach Angaben aus Bratislava in die Ukraine reisen.

Trump stellt Polen Stützpunkt des US-Heeres in Aussicht

Derweil teilte US-Präsident Donald Trump mit, Warschau und Washington befänden sich in fortgeschrittenen Gesprächen über einen weiteren Stützpunkt des US-Heeres in Polen. Dank der entschlossenen Politik des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki würden "große Fortschritte erzielt", teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte schon in Kürze ein Standort bekannt gegeben werden. Trump sprach von einem historischen Schritt in der Partnerschaft beider Länder.

Polen liegt an der Ostflanke der Nato und hatte sich zuletzt verstärkt um eine größere US-Truppenpräsenz bemüht. Im Frühjahr hatte Trump angekündigt, insgesamt 5000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. In der Folge berichteten US-Medien darüber, auch eine geplante Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen werde gestoppt. Polen dementierte das. Trump hatte daraufhin die Entsendung von 5000 US-Streitkräften nach Polen angekündigt und das mit seinem guten Verhältnis zu Nawrocki begründet.

Trump hatte Polen und vor allem Nawrocki immer wieder gelobt, weil Warschau angesichts der von Russland ausgehenden Bedrohung vergleichsweise viel Geld in die eigene Verteidigung investiert. Im vergangenen Herbst besuchte Nawrocki Trump im Weißen Haus. Die beiden Politiker hatten damals ihre Sympathie füreinander deutlich gemacht.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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