Politik

Eilantrag am Tag vor MidtermsTrump will 20.000 Briefwahlstimmen aus dem Verkehr ziehen

02.11.2026, 19:45 Uhr
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US-Präsident Trump könnte bei den Midterms seine Mehrheiten im Kongress verlieren. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Trump-Regierung schürt immer wieder Zweifel daran, dass US-Wahlen rechtmäßig ablaufen. Ziel sind vor allem demokratisch regierte Bundesstaaten. Am Tag vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen erreicht den Supreme Court ein Eilantrag - es geht um 20.000 Stimmen in Kalifornien.

Die Regierung von Präsident Donald Trump will mit einem Eilantrag beim Obersten Gerichtshof der USA erreichen, dass der Bundesstaat Kalifornien 20.000 per Post eingegangene Stimmzettel für die morgigen Zwischenwahlen zurückstellen muss. Wie die "New York Times" berichtet, behauptet die Trump-Regierung, dass diese Stimmzettel an Personen ausgehändigt worden seien, die keine US-Bürger sind.

Laut der Zeitung stehen Rechtsexperten den Argumenten der Trump-Regierung in diesem Fall skeptisch gegenüber. Da der Antrag erst einen Tag vor den Zwischenwahlen eingereicht wurde, könnte eine Entscheidung – und damit eine mögliche Niederlage für die Regierung – erst nach dem Wahltag fallen, hieß es.

Der Eilantrag erfolgte, nachdem die Trump-Regierung in der Sache zuvor eine Niederlage vor einem Bundesgericht kassiert hatte. Mit dem Eilantrag will die Regierung eine einstweilige Verfügung erwirken, bis in der Berufungssache entschieden ist, wie aus dem Dokument hervorgeht. Der zuständige Richter hatte den Antrag der Regierung auf eine einstweilige Verfügung zuvor abgewiesen und argumentiert, die Maßnahme hätte "verheerende Folgen" für die Integrität der Wahl.

In der Begründung des Richters hieß es: "Nie zuvor in der amerikanischen Geschichte" habe eine US-Regierung versucht, Bundesstaaten auf diese Weise und kurz vor der Wahl ihrer Rechte zu berauben. Das Abhalten von Wahlen liegt in den USA maßgeblich in der Hand der Bundesstaaten selbst.

Am morgigen Dienstag werden in den USA unter anderem das US-Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der Sitze des Senats neu gewählt. Die US-Regierung will mit der Klage gegen Kalifornien erreichen, dass Briefwahlstimmzettel, die von angeblich nicht wahlberechtigten Personen zurückgesandt werden, gesondert aufbewahrt und nicht in Wahlauszählungen einfließen dürfen, bis die Identität geklärt ist. Die US-Regierung wirft Kalifornien vor, wissentlich zuzulassen, dass Nicht-US-Staatsbürger wählen.

Regierung schürt Zweifel an Integrität von Wahlen

Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, wandte sich das US-Heimatschutzministerium bereits im Juli an die Verantwortlichen in Kalifornien und warnte, über 190.000 Nicht-Staatsbürger seien als Wähler registriert. Der Bundesstaat habe daraufhin die Grundlage der Behauptung erfragt, da die Verantwortlichen in Kalifornien noch gar keine Wählerliste mit dem Ministerium geteilt hätten. Doch das Ministerium erwiderte die Anfrage nicht.

Der Richter schrieb, untergrabenes Vertrauen in die Demokratie sei irreparabel. "Sobald eine Stimme ausgesondert wird, ist ein bleibender Schaden entstanden." Vor allem sei die Demokratie in Gefahr, wenn die Exekutive dabei mit unbewiesenen Vorwürfen agiere.

Die Trump-Regierung schürt immer wieder Zweifel daran, dass US-Wahlen rechtmäßig ablaufen. Trump behauptet immer wieder, er habe die Präsidentschaftswahl 2020 gegen den Demokraten Joe Biden gewonnen. Doch das ist mehrfach widerlegt.

Trump sagte nach der Richterentscheidung, dass Kalifornien, wo die Demokraten traditionell stark bei Wahlen abschneiden, ein "korrupter" Bundesstaat sei - ohne Belege vorzulegen. Er ergänzte, die Wahlen seien dort korrupt. Seiner Meinung nach gebe es Millionen ungültige Stimmen - auch hierfür legte Trump keinen Beweis vor. Der US-Präsident liefert sich schon lange eine Fehde mit dem demokratischen Gouverneur Gavin Newsom.

Die Trump-Regierung hatte vor den Parlamentswahlen auch versucht, die Briefwahlregeln zu verschärfen. Das Vorhaben scheiterte allerdings vor dem Obersten Gerichtshof. Kritiker warfen Trump vor, dass er mit seinen Plänen die Stimmabgabe per Briefwahl erschweren und so die Demokratische Partei benachteiligen wolle. Deren Wählerschaft entscheidet sich traditionell häufiger für die Briefwahl.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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