Politik

Trotz Streit über KI-GefahrenTrump empfängt Anthropic-Chef Amodei im Weißen Haus

28.09.2026, 07:25 Uhr
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Präsident Trump will die Führungsrolle der USA bei KI-Programmen nicht aufgeben. (Foto: picture alliance/dpa/AP | Carolyn Kaster)

Die Zwischenfälle mit außer Kontrolle geratenen KI-Programmen häufen sich. US-Präsident Trump will von möglichen Gefahren jedoch nichts wissen und lehnt Regulierungen ab. Nun suchen offenbar mehrere Größen der Technologie-Branche das direkte Gespräch.

US-Präsident Donald Trump hält trotz eindringlicher Warnungen von Experten an einem rasanten Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI) fest. Ein Abbremsen der Entwicklung würde China in die Hände spielen, sagte Trump dem Sender Fox News. Er bestätigte zugleich ein Treffen mit Dario Amodei, dem Chef des KI-Entwicklers Anthropic, am Sonntag. Die USA hätten derzeit einen Vorsprung von etwa eineinhalb Jahren vor China, erklärte Trump und fügte hinzu: "Wir sind führend und bauen gewaltige Anlagen im Wert von Billionen von Dollar. Warum sollten wir das aufgeben?" Sorgen über außer Kontrolle geratene KI-Programme wies er zurück.

Zwischen Anthropic und der US-Regierung war bereits im Februar ein Streit entbrannt, als das Unternehmen dem US-Verteidigungsministerium die uneingeschränkte militärische Verwendung des KI-Modells Claude verweigerte. Erst in der vergangenen Woche erlitt Anthropic dann eine juristische Niederlage: Das Ministerium darf das Unternehmen weiter als "Sicherheitsrisiko" einstufen. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", hatte Richter Gregory Katsas erklärt.

Forscher warnten zuletzt vor existenziellen Gefahren: Der ehemalige Anthropic-Mitarbeiter Jacob Coxon erklärte, KI könne bis Ende des Jahrzehnts die Menschheit auslöschen, was US-Gesetzgeber zu Rufen nach neuen Regeln veranlasste. Der leitende Anthropic-Wissenschaftler Evan Hubinger schloss sich dem an und bezifferte die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis im nächsten Jahrzehnt auf mehr als zehn Prozent. Seither ruft auch Amodei wiederholt zu einem behutsameren Tempo bei der KI-Entwicklung auf.

Auch andere prominente Technologie-Vertreter drängen auf schärfere Regeln. Microsoft-Mitgründer Bill Gates äußerte in der NBC-Sendung "Meet the Press" den Wunsch, sich ebenfalls mit Trump zu treffen. KI sei mächtig genug, um Ereignisse auszulösen, die eine Milliarde Menschen das Leben kosten könnten, warnte Gates in veröffentlichten Auszügen des Interviews. Die Politik müsse sich in die Diskussion über Überwachung und Sicherheitsvorkehrungen einschalten. Trumps frühere Äußerungen, wonach die Sorgen über KI ein Schwindel seien, wies Gates zurück.

Die Debatte über staatliche Eingriffe hatte im Juli an Fahrt aufgenommen, nachdem ein autonomes KI-Programm von OpenAI bei einem Sicherheitstest eigenständig ein anderes Unternehmen gehackt hatte. Zudem fordern die Chefs mehrerer Anthropic-Rivalen wie OpenAI, Google DeepMind, Microsoft und xAI eine Verlangsamung der Entwicklung.

Quelle: ntv.de, nbr/rts/AFP

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