US-Präsident macht AnkündigungTrump: Moskau und Kiew wollen Angriffe auf Energie-Ziele stoppen

Täglich greift Moskau Energieanlagen in der Ukraine an. Kiew kontert mit ähnlichen Attacken in Russland. Nun verkündet der US-Präsident einen angeblichen Stopp solcher Angriffe. Doch die Bestätigung der Kriegsparteien steht aus.
Die Ukraine und Russland wollen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump keine Energieanlagen im jeweils anderen Land mehr angreifen. "Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieziele mehr anzugreifen", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Russland hat zugestimmt, ebenso zu handeln!", fügte er hinzu, ohne weitere Details zu nennen. Eine offizielle Bestätigung aus Kiew und Moskau für die Angaben liegt bislang nicht vor.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb am Abend auf X: "Wenn unsere Partner bereit sind, dafür zu sorgen, dass Russland tatsächlich davon Abstand nimmt, unser Stromnetz, andere Energieanlagen, kritische Infrastruktur und Versorgungswege für Lebensmittel anzugreifen, dann sind wir natürlich bereit, eine entsprechende Einstellung unserer Angriffe zu gewährleisten."
Trump hatte am Sonntag von einer "Dieselknappheit" gesprochen und die Ukraine aufgerufen, ihre Angriffe einzustellen. "Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen", sagte der Republikaner in Richtung Selenskyj. Nun bekräftigte er seine Einschätzung, der Anstieg des weltweiten Dieselpreises werde "größtenteils durch den Russland-Ukraine-Krieg verursacht". Trump ließ dabei außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen den Iran und die Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.
Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdöl-Industrie und sorgte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt in Russland. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier. Auf dem Schwarzen Meer haben die Kriegsgegner jeweils Ziele der anderen Seite angegriffen. Seit Sonntag gab es keine Berichte über neue Angriffe auf Energieanlagen der Kriegsparteien.
Selenskyj hatte bereits erklärt, er wolle sich am 20. oder 21. September in New York mit Trump treffen, um mit ihm über Feuerpausen auf dem Meer sowie für Energieanlagen zu sprechen. "Wir sind offen für eine entsprechende Feuerpause in den Bereichen Seeverkehr und Energie", sagte er im ukrainischen Fernsehen. Er werde all das mit dem US-Präsidenten besprechen, sofern es mit den dessen Plänen übereinstimme und es Selenskyj gelinge, nach New York zu fliegen.
