Lag Drohne schon länger dort?Sprengstoff nahe Bundeswehr-Flugplatz Wunstorf gefunden

In Niedersachsen wird in der Nähe eines Fliegerhorsts eine Drohne gefunden. Möglicherweise lag sie schon seit 2024 dort. Einem Bericht zufolge ist es nicht die einzige brisante Entdeckung.
Nach dem Fund von Drohnenteilen nahe dem Bundeswehr-Fliegerhorst im niedersächsischen Wunstorf ist bei der weiteren Spurensuche verdächtiges Material entdeckt worden. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen geht es um Spuren von Sprengstoff. Inwiefern diese der Drohne zuzuordnen sind, wird dem Vernehmen nach noch untersucht. Recherchen von "Süddeutscher Zeitung" (SZ), NDR und WDR zeigen, dass Beamte Tage nach dem Drohnen-Fund nur wenige Meter entfernt auf verdächtiges Material stießen.
Am Fliegerhorst Wunstorf ist die A400M-Transportflotte der Bundeswehr stationiert. Der Standort ist eine zentrale Drehscheibe für die weltweite Versorgung der Streitkräfte mit Material und Truppen.
Der NDR berichtete in der vergangenen Woche unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass es sich beim Wunstorfer Fund um dasselbe Drohnenmodell handeln solle wie jenes, das im August am Flughafen Leipzig entdeckt wurde. Ein Bauteil solle aus einem 3D-Drucker stammen, die Bauweise sei dem Vernehmen nach nicht auf dem Markt erhältlich. Ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover verwies auf Anfrage zu dem Bericht an den Generalbundesanwalt. Eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe äußerte sich auf Anfrage nicht.
Fall war Thema im Kanzleramt
Wie SZ, NDR und WDR weiter berichten, nehmen Ermittler nach einer Analyse der bei Wunstorf gefundenen Drohne zudem an, dass diese möglicherweise schon seit längerer Zeit, eventuell sogar bereits seit zwei Jahren, in der Nähe des Militärflugplatzes lag. Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts verwies demnach auf laufende Ermittlungen und äußerte sich zu dem Fall nicht. Der Fund von Wunstorf war dem Rechercheverbund zufolge auch Thema in der sogenannten "nachrichtendienstlichen Lage" im Kanzleramt, in der sich wöchentlich die Chefs der Sicherheitsbehörden treffen.
Anfang August war am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe von ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Der Flughafen ist Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung machte Anfang September Russland für den versuchten Sprengstoffanschlag verantwortlich und kündigte neue Strafmaßnahmen an. Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe zurück.
