Staatsapparat als Waffe genutzt?"Schnauze voll": Ex-Verbündete feuert wilde Tirade gegen Trump ab

Vor zwei Jahren bezeichnet Marjorie Taylor Greene im US-Kongress die Abgeordnete Omar noch als "ausländische Agentin". Doch die Ermittlungen der Trump-Regierung gegen die Demokratin mit somalischen Wurzeln hält Greene für "vorgetäuscht". Für die Entscheider im Weißen Haus findet sie heftige Worte.
Die frühere republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene sieht in den Ermittlungen gegen die Demokratin Ilhan Omar ein Ablenkungsmanöver aus dem Weißen Haus. "Kann mir mal jemand erklären, wie die vorgetäuschte Vorbereitung auf die Abschiebung von Ilhan Omar den Benzinpreis unter zwei Dollar drücken, die Krankenversicherung endlich erschwinglich machen, die wöchentlichen Lebensmittelkosten einer Familie wieder vernünftig werden lassen und verhindern soll, dass unser geliebtes Militär in einen weiteren verdammten Krieg im Ausland geschickt wird???", schreibt Greene auf X.
Drei Wochen vor der Kongresswahl hatte die US-Justiz das Haus der demokratischen Abgeordneten und bekannten Trump-Kritikerin Omar in Washington durchsuchen lassen. Die Razzia stand laut Behörden im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen angeblichen Einwanderungsbetrugs. Es gehe um Unterlagen, die der verstorbene Vater der in Somalia geborenen Omar in ihrer Kindheit ausgefüllt habe. Omar warf der Regierung des republikanischen Präsidenten Donald Trump vor, den Staatsapparat als Waffe gegen politische Gegner einzusetzen.
Greene, die während ihrer Zeit im Kongress fast immer gegensätzliche Positionen zu Omar vertrat, hält die Ermittlungen offensichtlich ebenfalls für ein politisches Manöver. Die Leute hätten "die Schnauze voll von diesem Blödsinn", empörte sich die frühere Abgeordnete. "Wenn ihr dummen Arschlöcher im Weißen Haus endlich die Epstein-Akten veröffentlicht und die Pädophilen und Vergewaltiger einsperrt, mit denen ihr alle rumhängt, dann werden wir anfangen, euch Aufmerksamkeit zu schenken", so Greene, die lange Zeit eine MAGA-Verbündete des US-Präsidenten war.
Anfang 2024 hatte Greene ihre damalige Kollegin Omar im US-Repräsentantenhaus vor dem Hintergrund von Falschmeldungen über die Abgeordnete aus Somalia noch als "ausländische Agentin" bezeichnet, die für ein fremdes Land agiere. Greene ist nach einem öffentlichen Zerwürfnis zur erbitterten Widersacherin des US-Präsidenten geworden. Die 52-Jährige kritisierte Trump etwa dafür, wie die Veröffentlichung der Ermittlungsakten zum Fall um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gehandhabt wurde. Außerdem ist sie erklärte Gegnerin des Iran-Kriegs.
Greene erlangte nach ihrem Einzug ins Parlament im Jahr 2021 schnell landesweit Bekanntheit als eine der führenden Hardlinerinnen des rechten Flügels ihrer Partei. Über Jahre hinweg tat sich die Abgeordnete als glühende Unterstützerin Trumps hervor und vertrat erzkonservative Positionen - etwa im Abtreibungs- und Waffenrecht sowie in der Einwanderungspolitik. Die Abgeordnete äußerte sich dabei auch immer wieder gewaltverherrlichend und rassistisch. Nach ihrem Zerwürfnis mit Trump gab sie Anfang 2026 ihren Sitz im Repräsentantenhaus auf.
