Washington warnt StaatenRussland will Ukraine weiter angreifen - USA besorgt über mögliche Ausweitung

Die Ukraine möchte nach wie vor schnellstmöglich ein Kriegsende erreichen. Mit Russland ist das jedoch nicht zu machen. Die USA sorgen sich derweil, dass Moskau weitere Staaten ins Visier nehmen könnte.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat im UN-Sicherheitsrat erneut allen Überlegungen zu einer Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine eine Absage erteilt. Nur Europa wolle eine solche Pause, um die Ukraine in dieser Zeit mit Waffen vollzupumpen, behauptete Lawrow in New York. Moskau suche, wie von Präsident Wladimir Putin gesagt, eine umfassende Regelung für ein Ende des Konflikts.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bekräftigte in seiner Entgegnung, dass Kiew zu einer sofortigen, vollständigen Waffenruhe ohne Bedingungen bereit sei - vorausgesetzt auch Moskau halte sie ein. Die Ukraine sei auch zu Teilwaffenruhen für Energieanlagen oder für Getreideexporte bereit. Dies werde von 14 der 15 Staaten im Sicherheitsrat unterstützt, auch von den USA und China, erklärte Sybiha.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat zuletzt ein Moratorium zwischen Russland und der Ukraine für Angriffe auf Energieanlagen ins Gespräch gebracht. Moskau hat dies aber schon mehrfach abgelehnt. Sybiha warf Russland auch vor, in Europa Brandstiftung, Anschläge und Cyberattacken zu verüben. "Russlands Krieg gegen Europa ist nicht mehr hybrid. Anstatt Frieden zu schützen, verbreitet Russland Krieg", sagte er.
Sorge wegen Russlands hybrider Attacken
Den USA bereitet nach Angaben von Außenminister Marco Rubio eine mögliche Ausweitung des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf weitere Länder Sorgen. Als möglichen Auslöser für so ein Szenario zählte er unter anderem hybride Angriffe oder Sabotageattacke auf. "Diese Dinge geben Anlass zur Sorge. Wir sprechen das in zahlreichen Treffen mit verschiedenen Ländern an", betonte Rubio. Kurz zuvor hatte er sich mit Lawrow in New York getroffen.
Unter hybrider Kriegsführung versteht man eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln. Dazu zählen auch Cyberattacken und Desinformationskampagnen, um die öffentliche Meinung etwa vor Wahlen zu beeinflussen.
Rubio war von einer Reporterin explizit auch auf den mutmaßlich russischen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle angesprochen worden. In seiner allgemein gehaltenen Antwort ging er aber nicht auf den konkreten Fall ein. Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen gefunden worden. Die Bundesregierung macht Russland dafür verantwortlich.
US-Präsident Donald Trump hatte Russland vergangene Woche der Angriffe auf Verbündete der Ukraine bezichtigt. "Seit etwa fünf Jahren greifen sie die Verbündeten der Ukraine an", sagte er im Weißen Haus auf eine Reporterfrage nach entsprechenden Sorgen in Polen. "Ich glaube, da sind sich alle einig", sagte Trump weiter.
