Politik

Angriff auf SaporischschjaRussland setzt Kampagne gegen ukrainische Einkaufszentren fort

21.09.2026, 13:20 Uhr
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In Saporischschja ging durch einen russischen Angriff unter anderem das Intrade-Einkaufszentrum in Flammen auf. (Foto: dpa)

Russland greift die Ukraine in der Nacht mit zahlreichen Drohnen und Marschflugkörpern an. Ziel ist unter anderem erneut ein Einkaufszentrum, dieses Mal in der Regionalhauptstadt Saporischschja. In der Region Charkiw soll eine Frau ums Leben gekommen sein.

Russische Luftangriffe auf die ukrainische Stadt Saporischschja haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj schwere Schäden an zivilen Gebäuden angerichtet. Ein großes Einkaufszentrum brannte lichterloh, wie Aufnahmen aus der frontnahen Großstadt im Süden der Ukraine zeigen. Auch mehrere neunstöckige Wohnblocks und ein Universitätsgebäude seien beschädigt worden, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Er sprach von fünf Verletzten.

"Russland rückt nicht von seiner Eskalation ab und sendet viele Signale, dass es bereit ist, den Krieg zu eskalieren", erklärte der ukrainische Präsident. Um das zu stoppen, sei größerer Druck auf Moskau notwendig. Dazu gehörten ukrainische Angriffe auf das russische Hinterland. Parallel seien diplomatische Anstrengungen für Frieden notwendig, die er in dieser Woche bei der UN-Generaldebatte in New York fortsetzen wolle.

Nach Selenskyjs Angaben trafen die nächtlichen russischen Angriffe zehn Regionen der Ukraine. In Losowa in der Region Charkiw sei eine Frau getötet worden. Das russische Militär sprach von Angriffen auf ein Logistikzentrum im Gebiet Kiew und Ziele in den Häfen Odessa und Ismajil.

Verheerende Angriffsserie auf Einkaufszentren

In den vergangenen Wochen haben die russischen Streitkräfte vermehrt ukrainische Supermärkte und Einkaufszentren angegriffen. Am 9. September wurden beispielswiese bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Regionalhauptstadt Sumy nach Behördenangaben zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Kurz darauf meldete die Ukraine einen russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der Stadt Pawlohrad in der Region Dnipropetrowsk im zentralen Osten des Landes. Dabei wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs Oleksandr Hanja fünf Menschen getötet und mehr als 60 Personen verletzt.

Ende vergangenen Monats wurde darüber hinaus ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih, der Heimatstadt Selenskyjs, getroffen. In der Industriestadt starben nach ukrainischen Angaben infolge des Beschusses 16 Menschen, 130 weitere wurden teils schwer verletzt, darunter viele Kinder.

Minister: Russland will Ukraine in die Knie zwingen

Russland greift systematisch Orte an, von denen es weiß, dass sich dort Menschen im Rahmen ihres Alltags aufhalten, um möglichst viele Opfer zu fordern, Angst zu verbreiten und Druck auf die ukrainische Gesellschaft auszuüben", schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha nach dem Angriff auf Pawlohrad auf X. Moskau glaube, dass unerbittliche Angriffe auf Zivilisten die Ukrainer zermürben und die Ukraine zu Zugeständnissen zwingen könnten.

In der vergangenen Nacht setzte Russland ukrainischen Militärangaben zufolge insgesamt 172 Kampfdrohnen sowie eine nicht näher bezifferte Zahl an Marschflugkörpern gegen sein Nachbarland ein. 147 Drohnen und ein Marschflugkörper seien abgeschossen oder durch elektronische Luftabwehr zum Absturz gebracht worden. Einschläge habe es an 14 Orten in der Ukraine gegeben, teilte die Luftwaffe am Morgen auf Telegram mit. Auch herabstürzende Trümmer abgewehrter Flugkörper können zudem verheerende Schäden verursachen. Seit dem 11. August macht die Ukraine keine genauen Angaben mehr zu der Anzahl der von Russland eingesetzten Raketen und Marschflugkörper.

Quelle: ntv.de, lar/dpa/rts/AFP

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