Politik

"Geht sehr schnell voran"Russland feiert Diesel-Deal mit den USA - und will Weltmarkt beliefern

14.10.2026, 21:17 Uhr
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Viele russische Raffinerien sind stark beschädigt. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Während die Ukraine fassungslos auf US-Präsident Donald Trumps Diesel-Deal mit Russland blickt, kann es Moskau gar nicht schnell genug gehen. Schon bald sollen die Verträge unterzeichnet sein und dem Kreml Milliardeneinnahmen bescheren.

Russland rechnet nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Diesel-Deal mit der raschen Unterzeichnung erster Lieferverträge. "Alles wird in den nächsten Tagen geschehen", sagte der Kreml-Sondergesandte für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew, nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen.

"Wir stehen in sehr engem, stündlichem Kontakt mit der amerikanischen Seite, und alles geht sehr schnell voran", wurde Dmitrijew zitiert. Moskau und Washington arbeiteten daran, "zahlreiche logistische Fragen" zu lösen, um die Vereinbarung rasch umzusetzen.

Der für Energie zuständige russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak bestätigte, dass Ministerien und Unternehmen beider Länder derzeit Lieferverträge ausarbeiteten. "Die Lieferungen werden auf die Weltmärkte gehen, auch direkt in die USA", sagte Nowak. Russland könne künftig wieder drei bis 3,5 Millionen Tonnen Diesel liefern und damit das Niveau vor den westlichen Sanktionen erreichen. Nach seinen Angaben entspricht dies zehn Prozent des Weltmarkts und kann die Preise senken.

Geld für den Angriffskrieg

Nowak verwies zudem auf zusätzliche Steuereinnahmen für den russischen Staatshaushalt und neue Investitionsmöglichkeiten. Russlands Militärausgaben sind seit Beginn der Offensive in der Ukraine im Februar 2022 stark gestiegen.

Trump hatte die Vereinbarung über russische Diesellieferungen am Freitag verkündet. Der Diesel-Deal wurde in Europa und vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kritisiert. Trump erklärte dagegen, er habe "die richtige Entscheidung für das amerikanische Volk" getroffen. Seine Regierung warf europäischen Ländern "Heuchelei" vor, weil sie trotz der Sanktionen seit 2022 große Mengen russischer Energieträger gekauft hätten.

Russland hatte lange Zeit ein teilweises Ausfuhrverbot für Diesel verhängt, weil ukrainische Angriffe viele Raffinerien schwer beschädigt hatten. Mittlerweile wurde das Verbot aufgehoben. Im Land selbst gibt es vielerorts Kraftstoffmangel. Die Mengen, die Russland an die USA liefern will, decken dort nur einen sehr kleinen Teil des Bedarfs.

Quelle: ntv.de, rog/AFP

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