Politik

"Mut und die Stärke"Rubio wirbt in Athen für engere Zusammenarbeit des Westens

07.10.2026, 20:03 Uhr
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US-Außenminister Rubio ruft in seiner Rede dazu auf, die Tugenden der Antike wiederzuentdecken. (Foto: via REUTERS)

Griechenland will mehr US-Waffen und ist Anlandeplatz für LNG aus den USA. Aus Washington reist Außenminister Rubio an und nutzt die Tour auch für eigene politische Ambitionen. In einer Art Grundsatzrede wirbt er für nationale Stärke. Athen bietet Kulisse und Sendezeit.

US-Außenminister Marco Rubio hat in Athen für eine engere Zusammenarbeit der westlichen Staaten angesichts neuer geopolitischer Herausforderungen geworben. Er sprach mit der Akropolis im Hintergrund, dem Wahrzeichen der ersten Demokratie des Altertums. Rubio griff die Geschichte des antiken Griechenlands als Ausgangspunkt für zentrale Werte und Eigenschaften des Westens auf. Die Wahl Athens als Ort für die Rede verlieh dem Auftritt besondere Symbolik. Beobachter sehen darin auch eine Gelegenheit für Rubio, sich mit Blick auf seine politische Zukunft zu profilieren. Der US-Außenminister gilt als möglicher Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2028.

"Hier in Athen fanden wir erstmals die umfassende Ausprägung all jener wesentlichen Merkmale, die später den Westen prägen sollten", sagte er in seiner Rede, die vom griechischen Fernsehen übertragen wurde. Von den Griechen der Antike sollte der Westen die Tugenden, den Mut und die Stärke wiederentdecken, die er brauche, um sich den Gefahren der aktuellen Zeit zu stellen. Rubio rief zur Erneuerung des westlichen Geistes und Europas auf. "Wir sind überzeugt, dass Europa aus seinem langen Dornröschenschlaf erwachen und das Feuer neu entfachen kann, das hier bereits vor Jahrtausenden brannte", sagte er. Der Westen stehe an einem Scheideweg zwischen "nationaler Stärke" und Niedergang.

In Europa finde derzeit etwas statt, "von dem wir hoffen, dass es der Beginn eines Generationenwandels ist: steil ansteigende Verteidigungsausgaben, eine Fülle neuer Partnerschaften und Programme" sowie "ausgeweitete Industrieproduktion", sagte Rubio weiter. Die kommenden Jahre seien entscheidend. "Das nächste Jahrzehnt wird die Geschichte des nächsten Jahrhunderts schreiben", sagte er. "Der Kurs, den wir einschlagen, wird darüber entscheiden, ob der Westen seine Stellung an der Spitze der Welt behauptet oder sich mit einer Zukunft des Verfalls, der Knechtschaft und des Niedergangs abfindet."

Die USA unter Präsident Donald Trump haben sich Rubio zufolge für das "kompromisslose Streben nach nationaler Stärke" entschieden. "Dafür, die Kontrolle über unsere kritischen Lieferketten zurückzugewinnen, unsere Wirtschaft zu reindustrialisieren, unsere Verteidigung wiederaufzubauen" sowie "für die Dominanz über die Technologien und Industrien der Zukunft zu kämpfen", sagte der US-Außenminister.

Nach seiner Rede will Rubio den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis treffen. Bei den Gesprächen soll es unter anderem um die Lage im Nahen Osten, den Krieg in der Ukraine und die Entwicklungen im östlichen Mittelmeer gehen. Zuvor hatte er sich mit seinem griechischen Amtskollegen Giorgos Gerapetritis getroffen. Dabei wurde vereinbart, dass Griechenland und die USA ihre Partnerschaft vertiefen wollen. "Das Bündnis mit Griechenland ist eine Quelle der Stabilität in einer instabilen Welt" der USA, sagte Rubio. Gerapetritis betonte: "Die griechisch-amerikanische Partnerschaft war noch nie so stark, tief und geschlossen."

Griechenland will weitere US-Waffen und Ausrüstung beschaffen, darunter Selbstschutzsysteme für 20 bestellte F-35. Im Energiebereich stand der sogenannte Vertikale-Korridor im Mittelpunkt. Über griechische LNG-Terminals gelangt amerikanisches Flüssiggas über Bulgarien und Rumänien nach Mittel- und Osteuropa. Zudem sollen Erdgasvorkommen vor der griechischen Küste erkundet werden. ExxonMobil und Chevron sind an Vorhaben südlich von Kreta beteiligt.

Rubio befindet sich derzeit auf einer Europa-Reise. Der US-Außenminister war am Montag in Island eingetroffen und hatte Gespräche mit Regierungschefin Kristrun Frostadottir und Außenministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir geführt.  Am Abend will Rubio dann nach Portugal weiterreisen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

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