"Gespräch voller Anerkennung"Pistorius und Hegseth schließen Rüstungsvereinbarung

Der deutsche Verteidigungsminister beginnt seine USA-Reise mit einem Besuch im Pentagon. Von Verstimmungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg scheint dort nichts mehr zu spüren zu sein. Über den möglichen US-Truppenabzug aus Deutschland herrscht aber weiter Unklarheit.
Bei seiner Reise in die USA hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius eine enge Rüstungszusammenarbeit mit der Regierung von Präsident Donald Trump vereinbart. Dazu unterschrieb der SPD-Politiker in Washington eine Absichtserklärung mit seinem US-Kollegen Pete Hegseth. Bereits zugesagt haben die USA den Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland. Pistorius will zudem den ersten Tarnkappen-Kampfjet vom Typ F-35 für die deutsche Luftwaffe in Empfang nehmen.
Zu dem geplanten Kauf der Tomahawks und den dazugehörigen Typhon-Startgeräten sagte Pistorius, das Verfahren sei aufwendig, "aber die Weichen sind gestellt. Das wurde uns heute noch einmal versichert." Die Bundesregierung hatte die Absprache mit den USA am Rande des Nato-Gipfels in der Türkei Anfang Juli bekanntgegeben.
Thema mit Hegseth war auch die laufende Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa im Rahmen der Nato. Deutschland wie die Vereinigten Staaten wollten verhindern, dass "angesichts der Bedrohung, die von Russland ausgeht (...) gefährliche Fähigkeitslücken" in Europa entstünden, sagte Pistorius. Er bestätigte, dass die US-Überprüfung bis Jahresende abgeschlossen sein soll. Das Pentagon hatte im Frühjahr den Abzug von 5000 US-Soldatinnen und -Soldaten aus Deutschland angekündigt.
Pistorius sprach von einem "Gespräch voller Anerkennung" mit Hegseth. "Es gab keine Kritik auch im Zusammenhang beispielsweise mit Überflugrechten oder anderem", sagte der Verteidigungsminister unter Anspielung auf den Unmut, den Präsident Trump im Iran-Krieg über eine aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Nato-Partner geäußert hatte. Deutschland und die USA seien sich einig, was die Sicherheitsbelange in Europa angehe, betonte Pistorius. Zudem gebe es Anerkennung für Deutschlands verstärkte Bemühungen um eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben und des Truppenbestands.
Pistorius nimmt F-35-Jets entgegen
Zweite Station des Bundesverteidigungsministers ist New York. Dort will Pistorius mit UN-Generalsekretär António Guterres über die Friedensmissionen und das Engagement der Bundeswehr beraten. Am Donnerstag wird er in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas erwartet. Dort nimmt er den ersten der insgesamt 35 neuen F-35-Jets bei dem Rüstungsunternehmen Lockheed Martin in Empfang.
Die ersten acht F-35-Kampfflugzeuge bleiben nach der Übergabe zunächst in den USA, wo deutsche Piloten und Techniker an ihnen ausgebildet und geschult werden. Ab 2027 sollen die ersten Jets auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert werden, wo sie Tornados der Luftwaffe ablösen.
Pistorius wies Befürchtungen zurück, durch den F-35-Kauf mache sich Deutschland abhängig von den USA. Es gehe um ein "Gleichgewicht", sagte der SPD-Politiker auf Englisch. "Wir brauchen einander in bestimmten Verteidigungsbereichen." Die hochmodernen Tarnkappen-Jets gelten als Meilenstein für die Bundeswehr.