Minister will weniger BürokratieKillt Linnemann alte Instrumente zur Qualitätssicherung in Krankenhäusern?

Über weniger Bürokratie wird in der Bundesregierung oft gesprochen. Auch der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann setzt sich den Abbau zum Ziel. Von der Deutschen Krankenhausgesellschaft erhält er konkrete Ideen, was geändert werden sollte.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat für weniger Bürokratie in den Krankenhäusern geworben. Beim Krankenhausgipfel der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in Berlin sagte Linnemann, er unterstütze die Forderungen der Krankenhäuser nach mehr Vertrauen sowie nach weniger Bürokratie "vollumfänglich".
"Es kann doch nicht sein, dass die überbordende Bürokratie nichts anderes ist als ein Misstrauensvotum gegenüber dem Handeln der einzelnen Personen im Krankenhauswesen. Und da müssen wir raus", sagte Linnemann. Nötig sei ein Wandel von einer Misstrauens- zu einer Vertrauenskultur.
Die DKG fordert, Vorgaben zur Qualitätssicherung daraufhin zu überprüfen, ob sie die Versorgung tatsächlich verbessern oder nur zusätzlichen Dokumentationsaufwand verursachen. Das geht aus einer Mitteilung des Verbands hervor. "Wir haben immer neue Qualitätssicherungsinstrumente geschaffen, aber praktisch nie alte wieder abgeschafft. So entsteht ein System, in dem immer mehr Zeit darauf verwendet wird, Qualität zu dokumentieren, anstatt die Versorgung zu verbessern", sagte der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß.
Krankenhausreform wird weiter verfolgt
Gute medizinische Versorgung und Bezahlbarkeit seien kein Gegensatz, sagte Linnemann. Wer beides gewährleisten wolle, müsse das Gesundheitssystem effizienter machen. Dafür müssten Strukturen reformiert, Bürokratie abgebaut und Abläufe digitalisiert werden. Zeit und Geld müssten dort ankommen, "wo behandelt, gepflegt und geheilt wird". Es sei aber "extrem wichtig, dass wir deutlich machen, warum wir das alles machen".
Linnemann verteidigte zugleich den eingeschlagenen Kurs der Krankenhausreform. Diese habe gezeigt, dass sich durch Steuerung, Konzentration und Spezialisierung viel erreichen lasse. Der Umbau werde allerdings mehrere Jahre dauern. Nun müssten unter anderem Entscheidungen darüber getroffen werden, welche Krankenhäuser künftig als sektorübergreifende Versorgungseinrichtungen arbeiten und welche Leistungsgruppen ihnen zugewiesen würden.