Politik

Keine Hilfe, keine EvakuierungenKiew: Russland schneidet Ruinen-Stadt mit 2000 Zivilisten von der Außenwelt ab

21.09.2026, 19:42 Uhr
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Blick auf ein Gebäude im ukrainischen Oleschky. (Foto: X / Andrij Sybiha)

In der ukrainischen Region Cherson toben weiterhin erbitterte Kämpfe. Mehrere Städte liegen dort direkt an der Front. In einer davon soll die Lage besonders schlecht sein.

Kiew hat Moskau erneut vorgeworfen, in der Stadt Oleschky im von Russland besetzten Süden der Ukraine eine humanitäre Krise zu verursachen. Russland blockiere die Lieferung von Hilfsgütern und verhindere eine Evakuierung von Zivilisten, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha. "Russland verursacht bewusst eine humanitäre Katastrophe." Nach Angaben der ukrainischen Behörden sollen sich noch etwa 2000 Menschen in der Stadt in dem von Russland kontrollierten Teil der Region Cherson aufhalten.

Anlässlich der in dieser Woche stattfindenden UN-Generalversammlung rief Sybiha die internationale Gemeinschaft auf, sich für die Einrichtung eines humanitären Korridors, die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamente sowie eine Evakuierung der Zivilbevölkerung einzusetzen. Da die an der Frontlinie gelegene Stadt nur schwer zugänglich ist, sind genaue Schätzungen der Einwohnerzahl sowie Angaben zu den Lebensbedingungen vor Ort schwierig.

Der Kreml räumte heute zwar Schwierigkeiten bei der Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln und Medikamenten ein, schob die Schuld dafür jedoch auf Kiew. "Das Regime in Kiew tut absolut alles, um die Lieferungen zu behindern. Drohnen überfliegen ständig das Gebiet und töten Menschen", erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Freiwillige: Russland plündert

Ukrainische Freiwillige, die die Evakuierungen in der Region Cherson koordinieren, erklärten, dass sich die Lage in Oleschky in den vergangenen Monaten verschlechtert habe, sodass Evakuierungen nun nicht mehr möglich seien. "Früher haben die Russen selbst Hilfsgüter zu Propagandazwecken geliefert.

Seitdem es immer mehr Drohnen gibt, gehen sie dieses Risiko nicht mehr ein", teilte Stefan Worontsow, ehrenamtlicher Rettungshelfer, mit. Die Russen ließen keine Hilfsgüter mehr ins Land und plünderten die Bevölkerung. "Sie haben die Lage an den Rand einer Katastrophe geführt", betonte Worontsow. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Kiew bezeichnete die Lage in Oleschky als "instabil und schwierig" und erklärte, dass "zahlreiche Hindernisse" die humanitäre Hilfe erschwerten. Der Menschenrechtsbeauftragte der Ukraine, Dmytro Lubinets, fordert seit mehreren Monaten eine Mission zur Evakuierung der Stadt. "Wir müssen die Menschen retten. Denn die Stadt ist zu einer tödlichen Falle geworden", erklärte er.

Quelle: ntv.de, rog/AFP

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