Politik

Vision von Groß-IsraelIsraelische Siedlungs-Aktivisten dringen in Syrien ein

22.09.2026, 21:49 Uhr
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Ein israelischer Panzer auf syrischem Staatsgebiet. (Foto: REUTERS)

Im Westjordanland treibt die israelische Regierung das Ausbreiten jüdischer Siedler voran. Das Ziel eines Groß-Israel mit Gebieten im Libanon und in Syrien gilt aber als Fantasie weniger Radikaler. Nun muss die israelische Armee mehr als ein Dutzend rechter Aktivisten aus Syrien zurückholen.

Mehrere israelische Staatsbürger haben erneut die Grenze nach Syrien illegal übertreten. Die israelische Armee sprach am Abend von 14 Zivilisten, die ins Nachbarland gedrungen seien. Israelischen Medien zufolge handelt es sich um rechte Aktivisten, die dort Siedlungen gründen wollen.

Laut Militär überquerten sie die Grenze nach Syrien von den Israel besetzten Golanhöhen aus. Soldaten seien im Einsatz gewesen, um die Israelis aufzuspüren und zurückzubringen. Sie seien der Polizei übergeben worden. Bei der Grenzüberquerung handle es sich um eine Straftat. Die israelische Armee sagte weiter, sie verurteile "derartige Vorfälle aufs Schärfste".

Immer wieder versuchen Mitglieder der Siedlergruppe nach Syrien zu gelangen. Die Armee griff deshalb bereits öfter ein. Die "Times of Israel" betonte, es gebe einige Abgeordnete der rechtsreligiösen israelischen Regierung, die dieses rechtswidrige Verhalten der Siedleraktivisten unterstützten.

Laut Nahost-Expertin Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik können sich einige Minister der Regierung vorstellen, in Syrien und im Libanon besetzte Gebiete jüdisch zu besiedeln. Finanzminister Bezalel Smotrich und Polizeiminister Itamar Ben-Gvir haben bereits vom Ziel eines "Groß-Israel" gesprochen. Allerdings gebe es bisher keine Anzeichen, dass die Armee dies unterstütze. Diese habe vielmehr etwa Versuche radikaler jüdischer Siedler unterbunden, sich in besetzten syrischen Gebieten anzusiedeln.

Nach dem Sturz des früheren syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad Ende 2024 hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt. Israel will eigenen Angaben zufolge verhindern, dass sich im Grenzgebiet Israel feindlich gesinnte Extremisten ansiedeln.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/rts

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