Ein Toter und VerletzteHuthi greifen erneut saudische Flughäfen an

Nach dem verheerenden Angriff auf den Flughafen in Riad mit zwölf Toten beschießen die Huthi-Milizen erneut zwei Flughäfen in Saudi-Arabien. Auch eine Gasanlage und eine Ölraffinerie werden getroffen.
Nach dem Angriff der Huthi-Miliz auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad mit zwölf Toten haben die jemenitischen Rebellen ihre Attacken fortgesetzt. Bei einem neuen Angriff auf den Flughafen King Chalid am Sonntag sei ein pakistanischer Staatsbürger getötet worden, teilte die saudische Luftfahrtbehörde in der Nacht mit. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt. Das Ausmaß der Sachschäden werde noch ermittelt. Zuvor hatte die Luftfahrtbehörde auch eine Attacke auf den King-Fahd-Airport in Damman gemeldet, die ebenfalls Schäden verursacht habe.
Die Miliz meldete ihrerseits am Abend, sie habe in den 24 Stunden zuvor vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt - mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Ziele waren demnach neben den beiden Flughäfen eine Gasanlage sowie eine Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco. Zudem erklärte die Miliz, Saudi-Arabien habe seinerseits in der Zeit mehr als 120 Luftangriffe auf die Hauptstadt Sanaa und weitere Provinzen geflogen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Huthi, die weite Gebiete im Nordjemen kontrollieren, hatten zuvor mit neuen Attacken gedroht. Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien "legitime Ziele", mit Ausnahme der für Muslime heiligen Stätten Mekka und Medina.
"Gefährliche Eskalation"
Die verbündeten Staaten der sogenannten R4-Gruppe, also die Türkei, Ägypten, Pakistan und das Königreich Saudi-Arabien, verurteilen gemeinsam die Angriffe der Huthi-Miliz als "eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht". Es handele sich um eine "gefährliche Eskalation", die unter keinem Vorwand gerechtfertigt oder hingenommen werden könne.
Saudi-Arabien kämpft mit Verbündeten seit mehr als zehn Jahren im Jemen gegen die schiitischen Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Dieser Bürgerkrieg, bei dem von Hunderttausenden Toten durch direkte und indirekte Kriegsfolgen ausgegangen wird, ist im Zuge des Iran-Kriegs neu entflammt. Auch die USA - einer der wichtigsten Verbündeten Saudi-Arabiens - könnten wie schon 2024 und 2025 neue Militärschläge im Jemen beginnen.