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Auch Ex-Mitarbeiter in GewahrsamEhemaliger BND-Chef August Hanning wegen Spionageverdachts verhaftet

06.10.2026, 10:10 Uhr
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Polizeibeamte stehen an der Zufahrt zum Wohnhaus des ehemaligen BND-Präsidenten Hanning. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt gegen Ex-BND-Chef Hanning. Gegen diesen gibt es unter anderem den Verdacht des versuchten Landesverrats. Ein ehemaliger Mitarbeiter soll hochsensible Daten an Hanning weitergegeben haben.

Der ehemalige BND-Chef August Hanning ist am Morgen verhaftet worden. Im Raum stehen mutmaßliche landesverräterische Ausspähung, das Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchter Landesverrat sowie geheimdienstliche Agententätigkeit, erklärte die Generalbundesanwaltschaft.

Neben dem 80-Jährigen wurde auch sein früherer Büroleiter Manfred D. verhaftet. Ihm wird Beihilfe zum versuchten Landesverrat sowie zur landesverräterischen Ausspähung vorgeworfen. Dieser soll Hanning mit geheimen Dokumenten aus der BND-Zentrale versorgt haben. Im Gegenzug erhielt D. den Vorwürfen zufolge eine finanzielle Gegenleistung.

Darunter sollen sich auch sensible Lageeinschätzungen befunden haben. In mindestens einem Fall soll Hanning aus den abgeflossenen Informationen auch eine Analyse für die "Mitarbeiter eines fremden nachrichtendienstlichen Sicherheitsapparats" erstellt haben. Es ist nicht bekannt, welchem Staat der Dienst zuzuordnen ist. Es soll sich jedoch nicht um Russland handeln.

Darüber hinaus sollen auch Daten, die von ausländischen Partnerdiensten stammten, an Hanning abgeflossen sein. Darunter sollen sich angeblich auch Dokumente zum iranischen Atomprogramm befunden haben.

"Das ist eine eisenharte und abgründige Geschichte, wir erwarten eine zügige und vollständige Aufklärung der ungeheuerlichen Vorwürfe, die gegen den Ex-BND-Chef Hanning im Raum stehen", sagte von Notz, der auch Mitglied im Bundestagsgremium zur Kontrolle der Geheimdienste ist, dem "Spiegel".

Ermittlungen laufen seit Monaten

Laut eines Berichts der "Bild"-Zeitung könnten die mutmaßlichen Taten Hannings ein finanzielles Motiv haben. Seine Pension sei seit Jahren gepfändet worden, heißt es in dem Bericht. Hintergrund ist seine frühere Tätigkeit für eine Bank im Baltikum, die Bankrottging. Die Aufsichträte sollen anschließend dafür in Haftung genommen worden sein.

Die Ermittlungen laufen Medienberichten zufolge bereits seit mehreren Monaten. Hanning kamen die Ermittler im Rahmen der Untersuchungen zum Block-Prozess auf die Schliche. Hanning geriet in den Verdacht, an einem möglichen früheren Entführungsversuch der beiden Block-Kinder beteiligt gewesen zu sein, was der Ex-BND-Chef bestreitet. Ermittler hatten diesbezüglich im September 2025 eine Sicherheitsfirma, mit der Hanning in Verbindung stand, und sein Privathaus in Nordrhein-Westfalen durchsucht.

Insgesamt sollen nach seinem Ausscheiden aus dem Geheimdienst um die 2000 Dokumente zu dem Ex-BND-Chef gelangt sein. Hanning leitete den deutschen Auslandsnachrichtendienst von 1998 bis 2005. Anschließend wurde er Staatssekretär im Innenministerium unter Wolfgang Schäuble. Diesen Posten hatte Hanning bis Ende 2009 inne.

Quelle: ntv.de, lme

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