Verfechter des Angriffskriegs Chef des russischen Militärblogs Rybar in Montenegro festgenommen

Michail Swintschuk gehört zu den lautesten Unterstützern des russischen Angriffs auf die Ukraine. Doch in seiner Heimat hält er sich zuletzt nicht auf. Der Gründer des Militärblogs Rybar wird in Montenegro festgenommen.
Der Gründer des meistgelesenen russischen Militärblogs Rybar, Michail Swintschuk, ist in Montenegro festgenommen worden. Das teilte Ministerpräsident Milojko Spajic auf X mit, ohne allerdings den Namen zu nennen. "Wir haben vor Versuchen hybrider Aktionen und der Destabilisierung Montenegros gewarnt", schreibt er. "Wir werden unseren europäischen Weg unerbittlich verfolgen."
Rybar bestätigte die Festnahme von Swintschuk auf Telegram. Der Kanal schreibt, der Gründer des Militärblogs und die anderen Festgenommenen hätten sich legal in dem Balkanland an der Adria aufgehalten.
Das Außenministerium in Moskau teilte mit, es versuche die Umstände über die russische Botschaft in Podgorica zu klären. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew sagte: "Potenziell ist die Jagd auf alle (und ich betone - alle) Russen eröffnet."
Nach Medienberichten wurden Swintschuk, seine Frau und drei weitere russische Staatsbürger in dem Ort Risan in der Bucht von Kotor festgenommen. Er war angeblich zu Dreharbeiten dort. Als Verfechter des russischen Angriffskriegs steht Swintschuk auf mehreren westlichen Sanktionslisten.
Die Behörden von Montenegro äußerten sich vorerst nicht, was den Festgenommenen vorgeworfen werde. Spajic schrieb von einer "erfolgreichen Operation". Seine Regierung habe mehrfach vor Destabilisierungsversuchen gewarnt, die den europäischen Weg Montenegros behindern sollten. Montenegro gilt als aussichtsreichster Kandidat aus dem Kreis der Westbalkan-Staaten für eine baldige EU-Mitgliedschaft.
Der Blog Rybar (Fischer) zählt auf Telegram 1,5 Millionen Abonnenten. Er hat exzellente Kontakte in die russische Armee und veröffentlicht täglich Lageberichte zum Krieg gegen die Ukraine und zu anderen Krisenherden. Die Militärblogs spielen bei beiden Kriegsparteien eine wichtige Rolle, weil sie sich freier äußern als die offiziellen Mitteilungen der jeweiligen Streitkräfte.