Neue Vorwürfe zu Clan-NäheBerliner Linke Elif Eralp war Mitglied eines linksextremen Vereins

In Berlin will Elif Eralp Regierende Bürgermeisterin werden. Nun rückt ihre jahrelange Mitgliedschaft bei der Roten Hilfe, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, in den Fokus. Bei einer Wahlparty in Neukölln sollen zudem weitere mutmaßliche Angehörige eines Clans anwesend gewesen sein.
Die Berliner Linken-Fraktionsvorsitzende Elif Eralp und Spitzenkandidatin bei der Abgeordnetenhauswahl war mehrere Jahre Mitglied des Vereins Rote Hilfe. Sie sei aber im vergangenen Jahr ausgetreten, teilte der Landesverband der Partei auf Anfrage mit. Der Landesverfassungsschutz erwähnt die Rote Hilfe in seinem jüngsten Jahresbericht als mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin.
Nicht alle Mitglieder des Vereins verfolgten selbst verfassungsfeindliche Zielsetzungen, heißt es darin. Die Gegnerschaft der Organisation und ihrer Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung sei jedoch ein Grund für die Beobachtung durch die Verfassungsschützer. Im Wahlprogramm der Berliner Linken zur Abgeordnetenwahl 2026 heißt es zur Roten Hilfe, man stehe entschieden an der Seite des Vereins und verteidige seine Gemeinnützigkeit.
Nach Angaben von Linke-Landesgeschäftsführers Bjoern Tielebein ist Eralp der Roten Hilfe während ihres Jurastudiums in Hamburg beigetreten. "Weil sie unterstützen wollte, dass Menschen einen juristischen Beistand haben, die sich für linke und soziale Themen engagieren, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen", teilte er mit. "Sie war über Jahre passives Mitglied und ist wegen teilweise anderer politischer Ansichten im letzten Jahr noch vor der Spitzenkandidatur ausgetreten." Ihre Mitgliedschaft sei auf ihrer Homepage und der des Abgeordnetenhauses immer transparent gewesen. Aktuell wird die frühere Mitgliedschaft in der Roten Hilfe auf Eralps Homepage und der des Abgeordnetenhauses nicht erwähnt.
Die Rote Hilfe versteht sich laut ihrer Satzung als "linke Schutz- und Solidaritätsorganisation" für alle, die aufgrund ihrer politischen Betätigung verfolgt würden, wie der Verfassungsschutz in seinem Bericht aus dem Jahr 2025 erwähnt. "Sie unterstützt von Strafermittlungen Betroffene materiell und politisch. Ausschlaggebend ist allein die politisch linke Motivation der Tat."
GdP: Großfamilie mit Wurzeln im Gazastreifen
Eralp hat nach dem Wahlsieg der Linke erklärt, Regierende Bürgermeisterin in Berlin werden zu wollen. Bei der Wahl zum Landesparlament am 20. September war die Partei mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. Nach dem Wahlsieg hatte für Wirbel gesorgt, dass auf einer Wahlparty der Linke Neukölln Issa Remmo, das Oberhaupt eines arabischstämmigen und zum Teil kriminellen Clans, dabei war. Nun berichtet der "Tagesspiegel", dass auch zwei mutmaßliche Angehörige eines anderen Clans auf der Party gewesen seien. Einer von ihnen habe Interviews mit anwesenden Linke-Vertretern geführt.
"Als Linke Neukölln grenzen wir uns klar von organisierter Kriminalität ab und setzen uns für deren Bekämpfung ein", sagte die Co-Bezirksvorsitzende Jorinde Schulz auf Anfrage. "Wir haben als Bezirksverband Null komma Null mit organisierter Kriminalität zu tun." Am Wahlabend habe es viele Interviews gegeben. "Als Bezirkssprecherin gebe ich Interviews, um der Öffentlichkeit die politischen Positionen und Analysen meiner Partei zu vermitteln", ergänzte Schulz. Mit welchen Journalistinnen oder Influencern sie gesprochen habe, könne sie nicht mehr sagen. Es habe sich um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt.
Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Großfamilie Barbakh, der die fraglichen Personen angehören sollen, ihre Wurzeln im Gazastreifen. Mittlerweile seien fast 150 Mitglieder in Berlin polizeibekannt. "Manche Protagonisten sind bei pro-palästinensischen Kundgebungen durch verfassungsfeindliche Parolen, Widerstand gegen Polizeibeamte oder Angriffe gegen Polizeibeamte aufgefallen", sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro. Es liefen auch Ermittlungen etwa wegen Betrugs, Körperverletzung, Geldwäsche oder Drogendelikten. Protagonisten seien auf Social Media aktiv und hetzten gegen Israel oder gegen Juden.

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