Politik

Versteckt in SchiffscontainernBericht: Kreml bereitet Drohnenangriffe auf Europas Süden vor

24.09.2026, 17:53 Uhr
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Die Maximalreichweite der Gerbera liegt bei 600 Kilometern. (Foto: picture alliance / TASS)

Nicht die Länder an der Ostflanke, sondern Spanien, Frankreich oder Italien: Einem Medienbericht zufolge bereitet Russland Drohnenangriffe im Mittelmeerraum vor. Die unbemannten Luftfahrzeuge könnten demnach von russischen Frachtern aus gestartet werden.

Russland bereitet einem Medienbericht zufolge Drohnenangriffe gegen EU-Staaten im Mittelmeerraum vor. Wie die spanische Tageszeitung "El Mundo" berichtet, haben US-Geheimdienste Informationen über entsprechende Eskalationspläne des Kreml gesammelt und mit mehreren europäischen Regierungen geteilt. "Sie werden Drohnen einsetzen, die vom Meer aus starten, versteckt im Container eines Schiffes", zitiert die Zeitung eine Quelle aus dem Umfeld des litauischen Verteidigungsministeriums, die anonym bleiben wollte.

Demnach gehen die Behörden in Vilnius davon aus, dass Russland Drohnen vom Typ Gerbera gegen Spanien, Frankreich oder Italien einsetzen könnte. Die Gerbera ist etwa zwei Meter lang, ihre Maximalreichweite liegt bei 600 Kilometern. Sie lässt sich einfacher starten als die wesentlich größeren Shahed- und Geran-Drohnen. Die geringere Nutzlast der Gerbera könnte zwar keine größeren Anlagen zerstören, aber Brände verursachen, freiliegende Ausrüstung beschädigen oder einen Flughafen vorübergehend lahmlegen, heißt es.

 "Es sind nicht unbedingt die Länder an vorderster Front, die ins Visier geraten werden", sagt der britische Militäranalyst Keir Giles der Zeitung. "Das Ziel wird dort liegen, wo sich die größte Schwachstelle Europas befindet." Russland beobachte genau, wo eine Aktion aufgrund mangelnder Widerstandsfähigkeit, unzureichender Zivilschutzmaßnahmen und politischer Instabilität die größte Wirkung erzielen würde.

Die Idee, Drohnen von einem russischen Schiff aus zu starten, brachte das ukrainische Portal Defense Express bereits vor einem Jahr ins Spiel. Demnach könnten Gerbera-Drohnen per Katapult von Tankern der sogenannten Schattenflotte aus internationalen Gewässern starten. Erprobt ist das Verfahren: Bereits 2020 ließ der russische Drohnenhersteller ZALA unbemannte Fluggeräte von einem fahrenden Boot aufsteigen.

Aktuell sieht auch der dänische Geheimdienst ein wachsendes Risiko für einen russischen Angriff auf ein Nato-Land. "Es gibt ein geringes, aber wachsendes Risiko, dass Russland einen begrenzten militärischen Angriff gegen ein oder gegen mehrere Nato-Länder an der Grenze zu Russland ausführen wird", sagte der Leiter des Auslands- und Militärnachrichtendienstes FE, Thomas Ahrenkiel, heute bei einer Präsentation des Geheimdienstes. Es sei jedoch "höchst unwahrscheinlich", dass Moskau Interesse habe, in einen Mitgliedstaat des transatlantischen Verteidigungsbündnisses einzumarschieren.

Einen begrenzten militärischen Angriff auf einen Nato-Staat inmitten des Ukraine-Kriegs könnte Russland nach FE-Angaben ausführen, um die europäischen Staaten dazu zu bringen, ihre militärischen Ressourcen umzulenken. Dies wäre nach den Worten Ahrenkiels ein "verzweifelter Schritt Russlands", der ebenso wie verstärkte hybride Angriffe "möglicherweise in den kommenden Monaten stattfinden" könnte.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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