Panorama

"Einfach nur beängstigend"Waldbrand bei Langscheid unter Kontrolle

14.08.2026, 17:16 Uhr
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Mindestens sieben Feuerwehrleute werden bei dem Großeinsatz verletzt. (Foto: picture alliance/dpa)

Nicht nur in der Eifel in Nordrhein-Westfalen brennt der Wald. Auch in Rheinland-Pfalz lodert ein Waldbrand, der zwei Ortschaften bedroht. Die rund 900 Bewohner machen sich schon für eine Evakuierung bereit. Sie müssen lange zittern, bis es Entwarnung gibt.

Vorsichtiges Aufatmen bei Feuerwehr und Anwohnern: Stundenlang hatte ein großer Wald- und Wiesenbrand bei Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz die Region beschäftigt, am frühen Abend kam dann die Entwarnung der Feuerwehr: Das zwischenzeitlich auf 50 Hektar angewachsene Feuer sei "weitestgehend unter Kontrolle". Allerdings wurden bei dem Einsatz sieben Feuerwehrleute leicht verletzt.  

Die drohende Evakuierung der Ortschaften Langenfeld und Arft war ebenfalls am Abend vom Tisch - eine Erleichterung für die rund 900 Bewohnerinnen und Bewohner. "Gott sei Dank mussten wir diese Maßnahmen nicht umsetzen", sagte Rainer Nell, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises.  

In dem etwas abgelegeneren Ortsteil Netterhöfe dagegen mussten zwischenzeitlich 20 bis 25 Gebäude evakuiert werden, "weil doch das Feuer sehr nah an die Häuser rangekommen ist und uns die Lage zwischenzeitlich dazu gezwungen" habe. 

Der Kampf gegen das Feuer begann gegen 11 Uhr am Vormittag, wie der Pressesprecher des Landkreises Mayen-Koblenz sagte. Es folgten Stunden voller größter Anstrengung und Vorsicht. Zwischenzeitlich hieß es in einer Warnmeldung am Nachmittag: "Bereiten Sie sich auf eine Evakuierung der Ortschaften Langenfeld und Arft vor." Es handelte sich zunächst um eine vorbereitende Maßnahme, teilte der Landkreis mit. "Aktuell haben wir mit der Wetterlage zu tun, beziehungsweise müssen sie beobachten, weil die Brände immer wieder drehen", sagte Kreissprecher Damian Morcinek.

Asche und Brandgeruch machen sich breit

Die Bewohner wurden in der vorsorglichen Warnung aufgefordert, "nur das Nötigste für 2-3 Tage außer Haus" mitzunehmen und den Anweisungen der Einsatzkräfte und des Ordnungsamtes zu folgen. Außerdem baten die Einsatzkräfte, älteren und hilfsbedürftigen Personen zu helfen sowie auf Lautsprecherdurchsagen zu achten.

Über dem Gebiet waren auch von weiter weg Hubschrauber zu sehen und zu hören. In regelmäßigen Abständen flogen sie mit Löschbehältern über die Fläche. Die Sonne knallte und es waren kaum Wolken am Himmel. Am Abend, als die Sonne schon tiefer stand, legte sich eine Art weißer Film über die Landschaft. Die heiße und trockene Luft roch verbrannt.

Man arbeite an verschiedenen Feuerfronten, sagte Michael Hartung, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Brohltal, am frühen Abend. Es gebe aber permanent Glutnester. Auch in der Nacht soll das Areal weiter überwacht werden. Nach Morcineks Angaben brannte schätzungsweise 50 Hektar Fläche.

Sieben Menschen wurden demnach verletzt, einer von ihnen habe Brandverletzungen erlitten. Der leitende Notarzt des Landkreises Mayen-Koblenz, Mario Klingbeil, sagte, von den Verletzten seien vier in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Feuerwehrkräfte litten unter leichten Brandverletzungen, einer Verletzung durch Umknicken und Hitzeerschöpfungen. 

Ortsbürgermeister schockiert: "Gibt keine Worte"

Etwa 300 Kräfte waren im Einsatz. Einer von ihnen war auch der Ortsbürgermeister von Arft, Markus Thiel. Er zeigte sich geschockt: "Es ist einfach nur beängstigend. Beängstigend - das ist die Verniedlichung von dem, was man hier sieht. Irgendwie gibt es keine Worte dafür. Nur ergreifend."

Mit dem Feuer gehe eine massive Rauchentwicklung einher, hatte der Landkreis bereits zuvor mitgeteilt. Betroffen seien insbesondere die Bereiche Langenfeld, Hohenleimbach, Arft, Netterhöfe, Hausten und Morswiesen. Das betroffene Gebiet solle gemieden werden, hieß es. Zudem war die Bevölkerung gebeten worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. 

Ein Anwohner aus Langenfeld, der gerade mit seinem Hund Gassi ging, fragte sich, ob alle seine Nachbarn schon geflohen seien. Er sei unsicher, ob er bleiben könne. Angst habe er jedoch nicht. Er sagte, er vertraue der Feuerwehr.

Viele Menschen bieten Hilfe an

Neben der Anstrengung und Sorge führt der Brand aber auch zu großer Hilfsbereitschaft. Über soziale Netzwerke wie Facebook meldeten sich zahlreiche Menschen und boten etwa an, wasserführende landwirtschaftliche Fahrzeuge zu organisieren, den Rettungskräften Getränke zu bringen oder sich anderweitig behilflich zu machen. Auch Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen mit Hunden oder für Pferde wurden angeboten. 

Die Einsatzleitung bedankte sich am Abend "bei allen Spontanhelferinnen und Spontanhelfern", die ihre Unterstützung angeboten oder vor Ort geholfen haben. Aktuell würden jedoch keine weiteren Freiwilligen vor Ort benötigt. "Die Bevölkerung wird daher gebeten, nicht eigenständig in das Einsatzgebiet zu kommen. Dies hilft den Einsatzkräften dabei, die Zufahrts- und Rettungswege freizuhalten und die laufenden Maßnahmen koordiniert durchzuführen", hieß es. Die große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung sei ein wichtiges Zeichen des Zusammenhalts.

Quelle: ntv.de, hul/dpa

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